Trump nominiert neuen ICE-Chef – Schroyer soll Abschiebungen vorantreiben
Sebastian VoigtTrump nominiert neuen ICE-Chef – Schroyer soll Abschiebungen vorantreiben
US-Präsident Donald Trump hat Lance Schroyer für die Leitung der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (U.S. Immigration and Customs Enforcement) nominiert. Die Personalentscheidung erfolgt nach zwei jüngsten Urteilen des Obersten Gerichtshofs, die Trumps Migrationspolitik unterstützen. Sollte der Senat Schroyer bestätigen, würde er den aktuellen Direktor Todd Lyons ablösen.
Schroyer arbeitet derzeit als leitender Berater des Ministers für Innere Sicherheit, Markwayne Mullin. Mit über 29 Jahren Erfahrung in der Strafverfolgung im Bundesstaat Oklahoma bringt er umfangreiche Fachkenntnisse für die Position mit. Trump erklärte, Schroyer werde sich vorrangig auf die Inhaftierung und Abschiebung von undokumentierten Migranten mit Vorstrafen konzentrieren.
Die Nominierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die ICE wegen ihres Umgangs mit inhaftierten Migranten in der Kritik steht. Die interne Kontrollbehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit hat zwei neue Prüfungen der Behörde angekündigt, die sich mit der Behandlung von Häftlingen befassen. Allein in diesem Jahr wurden bereits 20 Todesfälle in ICE-Gewahrsam registriert.
Seit der zweiten Amtszeit von Präsident Obama hat kein kommissarischer ICE-Direktor mehr die Bestätigung durch den Senat erhalten. Schroyers Ernennung muss nun diese Hürde nehmen, bevor er das Amt offiziell antreten kann.
Falls der Senat zustimmt, wird Schroyer eine Behörde leiten, die für Trumps verschärfte Migrationspolitik von zentraler Bedeutung ist. Zu seinen vorrangigen Aufgaben würden groß angelegte Abschiebungen sowie die Stärkung der Grenzschutzmaßnahmen gehören. Die Entscheidung des Senats wird zeigen, ob er sein Amt inmitten anhaltender Bedenken hinsichtlich der Zustände in ICE-Einrichtungen antritt.
