Traditionsbetrieb Lomma meldet erneut Insolvenz an – was kommt nach 163 Jahren?
Charlotte RichterTraditionsbetrieb Lomma meldet erneut Insolvenz an – was kommt nach 163 Jahren?
Die Vehicle and Module Construction Lomma GmbH, ein traditionsreicher sächsischer Hersteller von Landmaschinen, hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Dresden bestellte nach dem Antrag des Unternehmens Mitte März einen vorläufigen Insolvenzverwalter. Bekannt für seine Wiesenwalzen und Kippanhänger, steht das Unternehmen nun vor einer ungewissen Zukunft.
Der Standort in Lommatzsch blickt auf eine lange Geschichte zurück – die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1861. In der DDR-Zeit gehörte der Betrieb zum Landmaschinenkombinat Fortschritt. Nach der Wiedervereinigung beschäftigte das Werk zu Hochzeiten rund 460 Mitarbeiter.
Bereits Anfang 2023 begannen Umstrukturierungsbemühungen, getrieben von finanziellen Schwierigkeiten und der Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung. Ein neuer Geschäftsführer übernahm die Führung, doch bis Mitte November kam die Produktion zum Erliegen. Die Probleme verschärften sich, als ein ehemaliger Manager wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs verurteilt wurde. Im März 2024 meldete Lomma zum fünften Mal Insolvenz an – übrig blieb nur ein kleines Team von weniger als zehn Beschäftigten, verglichen mit etwa 40 im Vorjahr.
Trotz der finanziellen Turbulenzen hatte Lomma weiterhin an Produkten wie dem überarbeiteten ZDK 1802, einem zweiachsigen Dreiseitenkipper, gearbeitet. Bei Landwirten genießt die Marke nach wie vor einen guten Ruf – vor allem für Anhänger, Feldwalzen und Spezialgeräte.
Die Bestellung eines vorläufigen Verwalters durch das Gericht markiert den neuesten Schritt in der anhaltenden Krise des Unternehmens. Über die Zukunft des historischen Standorts in Lommatzsch gibt es bisher keine bestätigten Informationen. Unklar bleibt auch, wie es mit der verbliebenen Belegschaft und den Produktionsplänen weitergeht.






