Tigerparks in Thailand: Grausamkeit hinter den Selfie-Kulissen und Hoffnung für wilde Raubkatzen
Julian HartmannTigerparks in Thailand: Grausamkeit hinter den Selfie-Kulissen und Hoffnung für wilde Raubkatzen
Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch die schwüle Luft des Tigerparks von Pattaya, wo sich Reihen von Touristen für Selfies mit scheinbar sanftmütigen Raubkatzen anstellen. Doch hinter den Kulissen werfen Tierschützer den Betreibern schwere Misshandlungen vor: Die Tiger würden demnach ausschließlich zur Profitmaximierung ausgebeutet – ohne jeden echten Nutzen für den Artenschutz.
Die Tiere in solchen Parks wirken oft ungewöhnlich ruhig und lassen es zu, von Fremden angefasst und für Fotos in Pose gebracht zu werden. Untersuchungen deuten darauf hin, dass dieses Verhalten auf brutale Dressurmethoden zurückzuführen ist, darunter Schläge mit Metallstangen bereits im Jungtieralter. Tigerbabys werden gezielt nachgezüchtet, um die Attraktionen frisch zu halten, während ältere Tiere möglicherweise im illegalen Handel mit Tigerprodukten verschwinden.
Unterdessen zeigt Thailands Population wildlebender Tiger vorsichtige Anzeichen der Erholung. Offizielle Schätzungen gehen von etwa 148 bis 189 wilden Tigern aus – vor allem im Western Forest Complex –, was auf strengere Anti-Wilderer-Gesetze und Schutzmaßnahmen zurückzuführen ist. Doch die Durchsetzung bleibt lückenhaft, da Korruption oft die gesetzlichen Schutzmechanismen untergräbt.
Das öffentliche Bewusstsein wandelt sich: Immer mehr Touristen, besonders aus Europa, meiden Attraktionen wie Tiger-Selfies oder Elefantenritte. Die wachsende Sorge um das Tierwohl setzt die Betreiber unter Druck, ihre Praktiken zu ändern.
Der Kontrast zwischen den sich erholenden Wildtigern Thailands und den in Gefangenschaft gehaltenen Tieren in Touristenparks verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen. Zwar zeigen Artenschutzmaßnahmen Wirkung, doch schwache Kontrollen und die Ausbeutung in Unterhaltungsbetrieben setzen viele Tiger weiterhin großen Risiken aus. Die Zukunft dieser Tiere hängt von strengeren Regulierungen und einem Wandel der Nachfrage seitens der Touristen ab.






