Tierschutz wird zum Wahlkampf-Thema in Los Angeles – zwischen Reformen und Vorwürfen
Finn WolfTierschutz wird zum Wahlkampf-Thema in Los Angeles – zwischen Reformen und Vorwürfen
Tierschutz entwickelte sich zu einem zentralen Thema in den jüngsten Vorwahlen zum Bürgermeisteramt in Los Angeles. Der Kandidat Spencer Pratt machte ihn zum Mittelpunkt seines Wahlkampfs, während Kritiker wie Joey Tuccio Konkurrenten vorwarfen, Straßenhunde zu vernachlässigen. Im Fokus der Debatten standen die Haltung von Hunden in Skid Row sowie die städtischen Tierheime.
Spencer Pratt bewarb sich erfolglos um das Bürgermeisteramt, fiel aber durch seinen starken Einsatz für Tierrechte auf. Er behauptete, Hunde in Skid Row würden für Drogentests missbraucht, zu Profitzwecken gezüchtet und von obdachlosen Besitzern in schlechten Bedingungen zurückgelassen. Seine Aussagen stießen auf Skepsis, unter anderem bei dem ehemaligen Stadtratsmitglied Paul Koretz, der sie als „dramatische Übertreibung“ realer Probleme bezeichnete.
Bürgermeisterin Karen Bass unternahm während ihrer Amtszeit Schritte zur Verbesserung des Tierschutzes. Sie unterstützte die Einrichtung mobiler Kastrations- und Sterilisationskliniken in Skid Row und ließ 100 LAPD-Beamte im Umgang mit Fällen von Tierquälerei schulen. Unterdessen versprach die Stadträtin Nithya Raman, den Tierschutz zu reformieren, falls sie gewählt werde – mit mehr Finanzmitteln, neuer Führung und einem Ausbau der Kastrationsprogramme. Die Probleme der städtischen Tierheime führte sie auf ein „gescheitertes Kastrationsprogramm“ und andere systemische Versäumnisse zurück.
LAPD-Leutnant Andrew Mathes äußerte sich ebenfalls zur Kontroverse. Er erklärte, dass Behauptungen in sozialen Medien, wonach Hunde aus Skid Row für Kämpfe oder Drogentests genutzt würden, oft an glaubwürdigen Belegen mangelten. Dennoch kritisierte der lokale Tierrettungsaktivist Joey Tuccio sowohl Bass als auch Raman dafür, zu wenig für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Tieren auf den Straßen zu tun.
Die Diskussion beschränkte sich nicht auf das Bürgermeisterrennen. John McKinney, stellvertretender Bezirksstaatsanwalt und Kandidat für das Amt des Stadtanwalts, veröffentlichte im Rahmen seines Wahlkampfs einen Zehn-Punkte-Plan zur Förderung des Tierschutzes.
Der Tierschutz bleibt ein umstrittenes Thema in der Politik von Los Angeles. Die Kandidaten schlagen verschiedene Lösungen vor – von Reformen bis hin zu höheren Investitionen. Die Debatte offenbart dabei die unterschiedlichen Auffassungen über Ausmaß und Art der Probleme, mit denen die Tiere der Stadt konfrontiert sind.






