27 June 2026, 12:01

Thüringer Landtag lehnt AfD-Antrag zur Streichung der Kirchenzahlungen ab

Thüringer Landtag lehnt AfD-Vorschlag ab

Thüringer Landtag lehnt AfD-Antrag zur Streichung der Kirchenzahlungen ab

Der Thüringer Landtag hat einen Antrag der Alternative für Deutschland (AfD) zur Abschaffung der staatlichen Leistungen an die Kirchen abgelehnt. Der Vorschlag zielte darauf ab, die seit Langem bestehenden finanziellen Zuwendungen zu beenden, die auf historische Vereinbarungen zurückgehen. Zudem sollte er Verhandlungen mit religiösen Einrichtungen einleiten, um deren Förderung schrittweise zu reduzieren.

Die AfD forderte eine Bundesratsinitiative, um die Zahlungen auslaufen zu lassen, und drängte auf sofortige Gespräche mit den Kirchen, um die Mittel zu kürzen. Im Antrag wurde der historische Hintergrund betont: Die Zahlungen gehen auf die Säkularisation von Kirchenbesitz während der Reformation und den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zurück.

Die Regierungskoalition und die Linke lehnten den Antrag ab. Gemeinsam scheiterte der AfD-Vorstoß, wobei drei Abgeordnete sich der Stimme enthielten. Stefan Gruhner, Thüringens Minister für die Staatskanzlei, kritisierte den Antrag als Einschüchterungsversuch. Er argumentierte, die Kirchen seien für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar, und die Zahlungen seien keine Subventionen, sondern eine Entschädigung für frühere Enteignungen.

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Die Weimarer Nationalversammlung hatte bereits eine schrittweise Abschaffung dieser Leistungen ermöglicht, möglicherweise durch eine einmalige Abfindung. Der Antrag fand im Parlament jedoch keine Mehrheit. Die staatlichen Zahlungen an die Kirchen werden daher unter den bestehenden Regelungen fortgesetzt. Die Debatte zeigte die unterschiedlichen Auffassungen über das historische und finanzielle Verhältnis zwischen Staat und religiösen Einrichtungen auf.

Quelle