Süddeutschland kämpft um faire Windkraft-Förderung gegen den Norden
Charlotte RichterSüddeutschland kämpft um faire Windkraft-Förderung gegen den Norden
Bayern und Baden-Württemberg drängen auf Änderungen in der deutschen Erneuerbare-Energien-Politik. Sie fordern, mehr Windkraftprojekte für Ausschreibungen zu öffnen und eine 20-prozentige Kapazitätsreserve für Süddeutschland einzurichten. Die Länder argumentieren, die aktuellen Regelungen begünstigten die norddeutschen Regionen mit besseren Windbedingungen unrechtmäßig.
In Bayern stehen über 700 Windräder bereit, die sofort gebaut werden könnten. Doch diese Projekte stocken, weil sie unter den geltenden Bedingungen keine EEG-Förderverträge erhalten haben. Trotz dieser Hürden hat das Land kürzlich eine beträchtliche Zahl neuer Anlagen genehmigt – ein Zeichen für einen Wandel in seiner Energiestrategie.
Die Bundesnetzagentur in Bonn sieht sich Kritik ausgesetzt, weil sie zu wenige Windpark-Verträge an süddeutsche Standorte vergibt. Bayern und Baden-Württemberg verlangen nun Nachbesserungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), um diese Ungleichheit auszugleichen. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Bundesregierung aufgefordert, den Ausbau der Windkraft in seiner Region zu fördern statt ihn zu behindern.
Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche zeigt sich hingegen skeptisch gegenüber der Forderung nach einer Kapazitätsreserve für den Süden. Gleichzeitig arbeitet ihr Ministerium an einer EEG-Novelle, deren Inhalt jedoch noch nicht bekannt ist.
Der Streit verdeutlicht die regionalen Unterschiede bei der Windenergie-Ausbau in Deutschland. Die süddeutschen Länder pochen auf fairen Zugang zu Förderverträgen und bundesweite Unterstützung. Die anstehende EEG-Reform wird zeigen, ob ihre Forderungen Gehör finden.
