18 March 2026, 00:44

Stuttgart gedenkt der Bombennächte 1945 – zwischen Trauer und rechtsextremen Provokationen

Eine große Menschenmenge steht vor einem Gebäude mit wehenden Fahnen in einem Schwarz-Weiß-Bild mit der Aufschrift "1918 - der Marsch auf Berlin" unten.

Widerstand gegen Neonazi-Demo in Dresden - Stuttgart gedenkt der Bombennächte 1945 – zwischen Trauer und rechtsextremen Provokationen

Stuttgart bereitet sich auf angespannte Gedenkveranstaltungen am Wochenende vor, wenn die Stadt an den 79. Jahrestag ihrer Zerstörung im Februar 1945 erinnert. Zwischen dem 13. Februar und den folgenden Tagen legten britische und amerikanische Bomber weite Teile der Stadt in Schutt und Asche und kosteten bis zu 25.000 Menschen das Leben. Die jährliche Gedenkfeier zieht erneut rechtsextreme Gruppen an, während ein breites Bündnis von Gegenprotestlern deren Auftreten entschlossen entgegenzutreten plant.

Die Bombenangriffe auf Stuttgart im Februar 1945 zählen bis heute zu den verheerendsten Luftschlägen des Zweiten Weltkriegs. Über mehrere Tage hinweg wurde die Stadt von alliierten Streitkräften angegriffen, ganze Stadtviertel wurden zerstört, Tausende kamen ums Leben. Jahr für Jahr sorgt der Jahrestag für Kontroversen, da rechtsextreme Kreise das Ereignis nutzen, um historische Verantwortlichkeiten zu verzerren.

Rechtsextreme Veranstalter haben für diesen Samstag einen "Trauermarsch" angemeldet, an dem rund 1.000 Teilnehmer erwartet werden. Bei solchen Aufmärschen wird häufig die Rolle Deutschlands im Krieg verharmlost und geschichtsrevisionistische Erzählungen verbreitet. Als Reaktion darauf hat das Bündnis "Stuttgart stellt sich quer" zu breitem Widerstand aufgerufen.

Gegenprotestler werden sich am Samstagmorgen an mehreren Treffpunkten in der Stadt versammeln. Eine zentrale Kundgebung ist für 11:00 Uhr auf dem Postplatz in der Altstadt geplant. Eines der symbolträchtigsten Zeichen des Gedenkens wird die menschliche Kette sein, bei der Tausende Stuttgarterinnen und Stuttgarter Hand in Hand für Solidarität einstehen.

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Politiker betonen die Notwendigkeit einer historisch korrekten Einordnung der Bombenangriffe. Sie mahnen, dass das Gedenken alle Opfer der NS-Diktatur und des Krieges umfassen müsse – nicht nur die Toten der Luftangriffe.

Der Jahrestag wird von gegenläufigen Demonstrationen geprägt sein, während Stuttgart sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt. Rechtsextreme Gruppen instrumentalisieren die Gedenkveranstaltungen weiterhin, während Gegenproteste auf eine wahrheitsgetreue Geschichtsaufarbeitung drängen. **Die jährliche Menschenkette bleibt ein kraftvolles Zeichen der Einheit gegen Extremismus und Geschichtsverfälschung.

AKTUALISIERUNG

Neue historische Aufzeichnungen enthüllen die korrekte Todeszahl für die 1945-Bombardements

Neue historische Aufzeichnungen klären die Todeszahl der 1945 Luftangriffe auf Stuttgart. Die Gesamtzahl der Opfer betrug 4,562 (nicht 25,000 wie zuvor angegeben), darunter 770 ausländische Arbeiter. Eine Studie aus dem Jahr 1967 bestätigt, dass 53 Angriffe 57,5% der Gebäude zerstörten. Dies korrigiert eine häufige Verwechslung mit den 1945-Bombardements in Dresden, bei denen 25,000 Todesfälle verzeichnet wurden.