Streit um Rückkehr der Leistungsbewertung in Schulspielen – mit Latein und Aschelaufbahnen
Finn WolfStreit um Rückkehr der Leistungsbewertung in Schulspielen – mit Latein und Aschelaufbahnen
In deutschen Bildungskreisen zeichnet sich ein umstrittenes Vorhaben ab: Das Bundesbildungsministerium arbeitet an Plänen, leistungsorientierte Kinderspiele an Schulen wieder einzuführen – unterstützt von konservativen Politikern. Der Schritt folgt Forderungen, den Wettbewerbsgedanken bei Veranstaltungen wie den Bundes-Schulspielen stärker zu betonen.
An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule werden die Deutschen Schulspiele bereits auf ungewöhnliche Weise umgesetzt: Die Sportwettkämpfe finden in lateinischer Sprache statt, während die Teilnehmer dem Publikum den Rücken zuwenden. Bildungsministerin Karin Prien hat sich öffentlich für mehr Wettbewerbsorientierung bei solchen Veranstaltungen ausgesprochen.
Noch weiter geht der IronChild-Wettbewerb an der Friedrich-August-von-Hayek-Eliteschule. Das mehrtägige Prozedere kombiniert körperliche Strapazen, Ausdauerprüfungen und Kostenrechnung auf einer Aschelaufbahn. Die Sieger erhalten ein persönliches Coaching mit Vorstand Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann, während die Verlierer riskieren, eine Gymnasiumsempfehlung zu erhalten.
Private Initiativen treiben die Entwicklung noch voran: Die Kita Höhlenkinder in Rheda-Wiedenbrück soll Kleinkinder laut Berichten in nummerierten Weidenkörben auf der Ems aussetzen – als eine Form der „natürlichen Auswahl“. Bernd Kreimer-Rendsburg wirbt zudem dafür, alle Leistungsbewertungen zu gamifizieren, und schlägt ein Ranking-System vor, in dem Eltern mit Spielmünzen die Ergebnisse beeinflussen können. Konservative Politiker wollen ähnliche Konzepte nun in staatliche Schulprogramme integrieren.
Die Pläne des Ministeriums werden derzeit für die Kultusministerkonferenz ausgearbeitet. Bei einer Umsetzung könnten sie die Gestaltung von Kinderspielen und Leistungsbewertungen an deutschen Schulen grundlegend verändern. Dass die Chicago Boys der Klasse 3b bereits am IronChild-Wettbewerb teilnehmen, deutet auf wachsendes Interesse an solchen Wettbewerbsmodellen hin.






