Stadtwerke Mainz mit Rekordgewinn trotz steigender Schulden und Projektverzögerungen
Sebastian VoigtStadtwerke Mainz mit Rekordgewinn trotz steigender Schulden und Projektverzögerungen
Stadtwerke Mainz (SWM) verzeichneten für das Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss von rund 18,3 Millionen Euro. Gleichzeitig sah sich das Unternehmen mit Herausforderungen konfrontiert, darunter gestiegene Verbindlichkeiten und Verzögerungen bei zentralen Infrastrukturprojekten.
Die Erneuerbare-Energien-Anlagen der SWM erzeugten 2025 genug Strom, um etwa 180.000 Haushalte zu versorgen. Das Unternehmen verfügt über eine solide finanzielle Basis mit einer Eigenkapitalquote von 41,9 Prozent – deutlich über dem Branchendurchschnitt. Zu den Geschäftsbereichen zählen die Bewirtschaftung der Strom-, Gas- und Trinkwassernetze, die rund 550.000 Einwohner, 272.000 Gas- sowie 39.800 Wasseranschlüsse bedienen. Zudem verantwortet die SWM etwa 26.500 Straßenlaternen in Mainz und den umliegenden Ortsteilen wie Amöneburg, Kastel und Kostheim.
In die Gewinnberechnung flossen eine 33-Millionen-Euro-Subvention ein, um Verluste bei der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) auszugleichen sowie Zahlungen an die Stadt. Die MVG beförderte 2025 rund 56 Millionen Fahrgäste – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr, bedingt durch anhaltende Baustellen und Ersatzbusse. Zur Modernisierung der Flotte hat die SWM 22 neue Straßenbahnen, 42 Dieselbusse und 23 E-Busse bestellt.
Die Sanierung des Taubertsbergbads erlitt Rückschläge, nachdem der Generalunternehmer Insolvenz anmelden musste. Die Wiedereröffnung ist nun nach den Sommerferien geplant, die vollständige Fertigstellung soll bis Herbst 2026 erfolgen. Gleichzeitig stiegen die Verbindlichkeiten um 40 Millionen Euro, was Fragen zur künftigen finanziellen Stabilität aufwirft.
Die Bilanz 2025 der SWM zeigt trotz finanzieller Belastungen eine starke Energieerzeugung und stabile Betriebsabläufe. Das Unternehmen investiert weiter in Verkehr und Infrastruktur, doch wachsende Schulden und Projektverzögerungen bleiben Risikofaktoren.
