Spritpreise: Wer profitierte wirklich von der Treibstoffsteuersenkung?
Charlotte RichterSpritpreise: Wer profitierte wirklich von der Treibstoffsteuersenkung?
Eine aktuelle Studie des ifo Instituts hat untersucht, in welchem Umfang die Treibstoffsteuersenkung an die Verbraucher weitergegeben wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ersparnisse bei Premiumkraftstoffen weitgehend der Steuerentlastung entsprachen, während das Bild bei Diesel weniger klar ausfiel. Die Maßnahme selbst kostete den Staat 1,6 Milliarden Euro.
Für die Vergleichsanalyse zog das ifo Institut die deutschen Spritpreise mit denen in Frankreich heran. Bei den Premiumkraftstoffen Super E5 und Super E10 lagen die Ersparnisse bei 17 bzw. 16 Cent pro Liter – und damit fast exakt auf Höhe der Steuerermäßigung. Autofahrer profitierten somit in vollem Umfang von der Vergünstigung bei diesen Kraftstoffsorten.
Bei Diesel hingegen blieb ein Teil der Ersparnis bei den Mineralölkonzernen hängen. Eine Studie der Monopolkommission ergab zwar eine leicht höhere Weitergabe der Steuersenkung bei Diesel und eine etwas geringere bei Benzin als die ifo-Ergebnisse, doch die Unterschiede könnten auf abweichende Berechnungsmethoden zurückzuführen sein.
Die ifo-Erkenntnisse widersprechen zudem Aussagen des Mineralölwirtschaftsverbands (en2x). Der Branchenverband hatte behauptet, die volle Steuerermäßigung sei an die Verbraucher weitergegeben worden – die Studie legt jedoch nahe, dass dies bei Diesel nicht der Fall war.
Mit dem Auslaufen der Rabattaktion Anfang Juli ist erneut mit steigenden Spritpreisen zu rechnen. Sollten die USA und der Iran sich auf eine Ölliefervereinbarung einigen, könnten die Preise später jedoch wieder stabiler werden. Die Untersuchung zeigt, wie unterschiedlich die Vorteile der Steuersenkung je nach Kraftstoffart ausfielen – und dass sie nicht immer vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurden.
