Söders SMR-Pläne spalten Politik: Atom-Debatte um Mini-Reaktoren entbrannt

Söders SMR-Pläne spalten Politik: Atom-Debatte um Mini-Reaktoren entbrannt
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vorgeschlagen, in Deutschland kleine modulare Reaktoren (SMR) einzuführen, um die kostengünstige Energieerzeugung zu stärken. Der Vorschlag hat jedoch eine Debatte unter Politikern ausgelöst: Während einige die Idee unterstützen, äußern andere Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Kosten und Klimawirkung.
Söders Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Kanada die Entwicklung von SMRs aktiv mit öffentlichen Mitteln fördert. Stand November 2025 gibt es dort jedoch noch keine bestätigten Baugenehmigungen oder Betriebslizenzen für solche Reaktoren. Die Entwicklungs- und Zulassungsverfahren laufen noch – parallel zu ähnlichen Bestrebungen in den USA und Großbritannien.
Unterstützung erhält Markus Söder von der AfD: Paul Schmidt und Rainer Kraft setzen sich dafür ein, SMRs als Option für die zukünftige Stromerzeugung in Deutschland zu prüfen. Als ersten Schritt fordern sie die Reaktivierung und Wiederanschaltung der noch bestehenden deutschen Kernkraftwerke.
Kritik kommt dagegen aus verschiedenen Lagern. Nina Scheer (SPD) wies darauf hin, dass Kanada bisher nur eine gültige Baugenehmigung für einen SMR bis 2035 erteilt habe – betriebsbereite Mini-Meiler gebe es dort jedoch keine. Sie kritisierte Markus Söders Pläne scharf: Atomkraft sei die teuerste Form der Energieerzeugung, SMRs bergen Sicherheitsrisiken und produzieren zusätzlichen Atommüll.
Sepp Müller (CDU) zeigte sich zurückhaltend und plädierte für eine technologieneutrale Forschung, darunter auch eine Intensivierung der Fusionsforschung. Luigi Pantisano (Linke) warf Markus Söder vor, fossile Energien zu bevorzugen und die Lücken bei der Windkraft in Bayern zu ignorieren. Julia Verlinden (Grüne) bezeichnete den Vorschlag als Ablenkung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz und forderte stattdessen den Ausbau der Windenergie. Nina Scheer betonte, dass erneuerbare Energien in Kombination mit Speichern günstiger, sicherer und schneller umsetzbar seien als SMRs.
Die Diskussion um die Einführung kleiner modularer Reaktoren in Deutschland bleibt kontrovers: Die einen sehen darin eine Lösung für bezahlbare Energie, die anderen warnen vor Risiken in Sachen Sicherheit, Kosten und Klima. Während in Kanada und anderen Ländern die Entwicklung und Zulassung von SMRs voranschreitet, bleibt die politische Landschaft in Deutschland gespalten.

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