Skandal um Londoner Stadtrat: Antisemitische Posts führen zu Parteiausschluss und TV-Suspendierung
Charlotte RichterSkandal um Londoner Stadtrat: Antisemitische Posts führen zu Parteiausschluss und TV-Suspendierung
Ein neu gewählter Stadtrat aus London hat für Aufsehen gesorgt, nachdem alte Beiträge aus seinen sozialen Medien wieder aufgetaucht sind. Mark Adderley, der im Wahlkreis Crystal Palace & Upper Norwood ein Mandat errang, wird trotz seines Antritts für die Green Party nun als parteiloser Abgeordneter im Rat sitzen. Seine Wahl folgt auf die Suspendierung seiner Frau, der Moderatorin Nadia Sawalha, von der Sendung Loose Women wegen der Online-Äußerungen ihres Mannes.
Adderley setzte sich bei den Kommunalwahlen in Croydon als Kandidat der Green Party durch. Die Partei hatte ihn jedoch noch vor der Abstimmung ausgeschlossen, sodass er sein Amt nun als Unabhängiger ausübt. Auf seinem YouTube-Kanal finden sich Videos, in denen Israel mit dem nationalsozialistischen Deutschland verglichen und dem Mossad vorgeworfen wird, Terroranschläge inszeniert zu haben.
Die Green Party hat sich öffentlich von seinen Ansichten distanziert und diese als inakzeptabel verurteilt. Lord Walney, ein Regierungsberater für politischen Extremismus, kritisierte die Partei dafür, Adderleys Kandidatur trotz seiner als antisemitisch eingestuften Äußerungen zugelassen zu haben.
Adderleys Wahlsieg erfolgte nur einen Tag, nachdem ITV den Ausstieg Sawalhas aus Loose Women bestätigt hatte. Der Sender war zuvor wegen der Posts ihres Mannes in die Kritik geraten, die von Aktivisten als „gefährlich“ bezeichnet worden waren. Sawalha äußerte später Stolz über seine Wahl und bekräftigte ihre Unterstützung für die Green Party.
Adderley bleibt zwar Stadtrat, jedoch ohne Rückendeckung seiner Partei. Seine Social-Media-Vergangenheit und der Zeitpunkt von Sawalhas Abgang bei Loose Women haben bundesweite Aufmerksamkeit erregt. Die Green Party betont, seine Aussagen nicht zu billigen, doch bleibt er als Unabhängiger im Amt.






