Russland führt schärfere Regeln gegen Scheinanmeldungen und Gummiewohnungen ein
Finn WolfRussland führt schärfere Regeln gegen Scheinanmeldungen und Gummiewohnungen ein
Das russische Innenministerium (MWD) erhält neue Befugnisse, um Bürger ohne gerichtliche Genehmigung abzumelden. Ab dem 1. Mai 2026 können Behörden Personen aus dem Melderegister streichen, wenn gefälschte Dokumente oder falsche Angaben vorliegen. Die Maßnahme richtet sich gegen Scheinanmeldungen, darunter auch sogenannte „Gummiewohnungen“.
Die Änderungen basieren auf der Anordnung Nr. 224 der Behörde, die am 20. April 2026 erlassen wurde. Nach den neuen Regeln kann das MWD Bürger in einem Verwaltungsverfahren eigenständig abmelden – etwa wenn Anmeldungen nur pro forma erfolgen oder auf falschen Angaben beruhen.
Eigentümer oder Mieter müssen über eine Abmeldung informiert werden. Betroffene können schriftlich eine Kopie des Abmeldebescheids anfordern. Die Regelung gilt jedoch nicht für vorübergehende Abwesenheiten von der gemeldeten Adresse.
Besonderes Augenmerk liegt auf „Gummiewohnungen“, bei denen zahlreiche Personen fälschlicherweise an einer einzigen Adresse gemeldet sind. Die Entscheidung des MWD stützt sich dabei auf amtliche Akten und Nachweise über betrügerische Anmeldungen.
Das neue Verfahren ermöglicht es dem Ministerium, bei Scheinanmeldungen ohne richterliche Prüfung zu handeln. Betroffene werden benachrichtigt und können auf Antrag Unterlagen anfordern. Ziel der Reform ist es, den weitverbreiteten Missbrauch von Meldedaten in ganz Russland einzudämmen.






