Skandal um 200 Millionen Rubel: Jakutsker Stiftung Pobeda weigert Transparenz
Finn WolfSkandal um 200 Millionen Rubel: Jakutsker Stiftung Pobeda weigert Transparenz
Ein Abgeordneter der Stadtduma von Jakutsk fordert mehr Transparenz bei den Ausgaben einer lokalen Wohltätigkeitsstiftung. Alexander Sewerjanow verlangt eine vollständige öffentliche Rechenschaftslegung darüber, wie fast 200 Millionen Rubel verwendet wurden, die für die Stiftung Pobeda („Sieg“) gesammelt wurden. Seine Forderung folgt auf Bedenken wegen Missmanagements und fehlender detaillierter Finanzberichte.
Die Wohltätigkeitsstiftung Pobeda hat nahezu 200 Millionen Rubel an Spenden von Einwohnern Jakutsks sowie Mitarbeitenden der Stadtverwaltung eingesammelt. Sewerjanow hatte zunächst eine detaillierte Aufschlüsselung der Ausgaben angefordert, erhielt jedoch lediglich eine knappe zweijährige Steuererklärung ohne einzelne Posten.
Später reichte er einen offiziellen Antrag auf einen vollständigen Bericht ein, der unbeantwortet blieb. Verärgert über die mangelnde Transparenz plant er nun, formelle Beschwerden sowohl an den Präsidenten der Republik Sacha als auch an die Staatsanwaltschaft zu richten.
Kritik übt Sewerjanow auch an der Zusammenarbeit der Stiftung mit Freiwilligen, die Ausrüstung für Truppen nähen. Seinen Angaben zufolge tragen die Ehrenamtlichen selbst die Material- und Lieferkosten, ohne finanzielle Unterstützung von der Stiftung zu erhalten. Er verwies auf Fälle in anderen Regionen, in denen Vermittler die Beschaffungskosten für militärische Einsätze künstlich in die Höhe trieben – was weitere Zweifel an der finanziellen Kontrolle aufwirft.
Bürgermeister Jewgeni Grigorjew entgegnete, die Stiftung sei zwar früher mit der Stadt verbunden gewesen, sei nun aber eine private gemeinnützige Organisation mit fünf Gründern. Daher sei sie nicht verpflichtet, der Stadtverwaltung Jakutsk Rechenschaft abzulegen, was der Kommune die Möglichkeit einer Prüfung nehme.
Severyanow gibt sich mit unklaren oder unvollständigen Antworten nicht zufrieden. Mit seinen Beschwerden will er eine vollständige Offenlegung der Mittelverwendung erzwingen. Ohne ein Eingreifen bleibe die Verwendung der Spendengelder weiter der öffentlichen Kontrolle entzogen.






