07 May 2026, 12:03

Rechtsextremismus in Deutschland: Wie Neonazis sich neu formieren und die AfD nutzen

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Rechtsextremismus in Deutschland: Wie Neonazis sich neu formieren und die AfD nutzen

Rechtsextremismus in Deutschland erreicht alarmierende Ausmaße: Gewalttätige neonazistische Gruppen passen sich neuen Bedingungen an

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Während Polizeimaßnahmen einige Organisationen geschwächt haben, tauchen junge Extremisten zunehmend bei politischen Kundgebungen auf – insbesondere bei denen der Alternative für Deutschland (AfD). Experten warnen, dass gekürzte Präventionsprogramme und wachsende Perspektivlosigkeit den Trend weiter anheizen.

Bei einer Großrazzia im Juni setzten 600 Beamte in zwölf Bundesländern gegen führende Köpfe neonazistischer Jugendgruppen durch. Verhaftungen und Strafverfahren zerschlugen Netzwerke wie Deutsche Jugend Voran und Jung & Stark und verringerten deren Einfluss. Dennoch bleibt rechtsextreme Gewalt auf Rekordniveau.

Doch das Schwächen dieser Gruppen hat die extremistische Aktivität nicht gestoppt. Stattdessen wenden sich viele junge Neonazis zunehmend rechtspopulistischen Parteien und deren Jugendorganisationen zu. Besonders AfD-Veranstaltungen ziehen weiter radikalisierte Personen an, die nach einer neuen Plattform suchen.

Analysten verweisen auf tiefgreifende gesellschaftliche Faktoren, die diese Entwicklung vorantreiben. Die COVID-19-Pandemie und sich überlagernde Krisen haben bei vielen Jugendlichen das Gefühl zurückgelassen, im Stich gelassen zu werden. Einfache Erzählungen – etwa ethnonationalistische Ängste vor einem „Niedergang Deutschlands“ – fallen bei denen auf fruchtbaren Boden, die kaum Bildung oder soziale Unterstützung erfahren. Neonazistische Jugendgruppen füllen diese Lücke und bieten ein Zugehörigkeitsgefühl, das einst staatliche Programme vermittelten.

Gleichzeitig hat die Bundesregierung die Förderung zivilgesellschaftlicher Initiativen zur Extremismusprävention gekürzt. Fachleute betonen, dass Repression allein nicht ausreicht: Jugendhilfe und demokratische Bildungsarbeit müssen eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Radikalisierung spielen.

Der Anstieg rechtsextremer Gewalt und die Verlagerung extremistischer Akteure in den politischen Raum stellen eine wachsende Herausforderung dar. Ohne verstärkte Präventionsbemühungen könnten enttäuschte Jugendliche weiter in radikale Ideologien abgleiten. Polizeiliche Maßnahmen haben zwar einige Gruppen geschwächt – langfristige Lösungen hängen jedoch davon ab, Unterstützungssysteme für gefährdete junge Menschen wiederherzustellen.

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