Singapur führt Stockschläge gegen Mobbing an Schulen ein – doch nur als letztes Mittel
Sebastian VoigtSingapur führt Stockschläge gegen Mobbing an Schulen ein – doch nur als letztes Mittel
Singapur hat die Strafen für Mobbing an Schulen verschärft – in schweren Fällen ist nun auch körperliche Züchtigung möglich. Die Maßnahme folgt auf eine Reihe viel beachteter Vorfälle im Jahr 2025, die in der Öffentlichkeit für große Besorgnis sorgten. Die neuen Richtlinien erlauben nun Stockschläge für Schüler, die in Mobbing verwickelt sind, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.
Die Debatte gewann an Fahrt, nachdem mehrere Mobbingfälle in sozialen Medien weit verbreitet wurden. Als Reaktion kündigte das Bildungsministerium Mitte April strengere Maßnahmen an und verpflichtete alle Schulen, die Änderungen bis 2027 umzusetzen.
Nach den neuen Regeln können Jungen ab den höheren Grundschulklassen mit Stockschlägen bestraft werden, wenn sie des Mobbings – einschließlich Cybermobbings – überführt werden. Bildungsminister Desmond Lee betonte jedoch, dass diese Strafe nur in extremen Fällen Anwendung findet, wenn andere disziplinarische Maßnahmen gescheitert sind. Mädchen, die ähnliche Vergehen begehen, müssen mit Schulverweisen oder Herabstufungen im Führungszeugnis rechnen.
Die Behörden haben mehrfach versichert, dass körperliche Züchtigung nur das letzte Mittel sein soll. Schulen müssen zunächst alle alternativen Erziehungsmaßnahmen ausschöpfen, bevor sie zu dieser Strafe greifen dürfen.
Die überarbeiteten Richtlinien zielen darauf ab, anhaltendes Mobbingverhalten an Schulen einzudämmen. Zwar ist die körperliche Züchtigung in schweren Fällen nun erlaubt, doch betonen die Verantwortlichen, dass sie nur in Ausnahmefällen eingesetzt wird. Die Änderungen spiegeln den wachsenden Druck wider, die disziplinarischen Maßnahmen nach den jüngsten Kontroversen zu verschärfen.






