Sinaloas Gouverneur Rocha Moya zwischen Drogenvorwürfen und Unschuldsbeteuerungen
Finn WolfSinaloas Gouverneur Rocha Moya zwischen Drogenvorwürfen und Unschuldsbeteuerungen
Rubén Rocha Moya, der amtierende Gouverneur von Sinaloa, der derzeit beurlaubt ist, steht nun im Fokus der US-amerikanischen Behörden. Ihm werden Verbindungen zum Drogenhandel vorgeworfen. Trotz der Anschuldigungen beteuert er öffentlich seine Unschuld und erklärt sich bereit, vollumfänglich mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.
Seine Karriere umfasst Jahrzehnte des politischen Aktivismus und des Schreibens – insgesamt hat er 13 Bücher zu sozialen Kämpfen, Politik und dem Leben im Nordosten Mexikos veröffentlicht. Doch nun steht sein Name im Mittelpunkt eines vielbeachteten juristischen Verfahrens.
Erstmals auf sich aufmerksam machte Rocha Moya 1984 mit Tultita und fünf Jahre volkstümlicher Kampf in Guamúchil, einem Buch, das er gemeinsam mit der Autonomen Universität Sinaloa herausgab. Seine Werke kritisierten häufig die Ausbreitung der organisierten Kriminalität in der Region, insbesondere seit den frühen 1980er-Jahren.
2012 erschien Verbranntes Zuckerrohr, eine Sammlung von Kurzgeschichten, die das Leben im Nordosten Mexikos schildern. Ein Jahr später veröffentlichte er mit Die Heuchelei: Wie der Drogenhandel entstand einen Roman, der die Ursprünge des Drogenhandels in Sinaloa beleuchtet. In seinen Schriften verurteilte er wiederholt Korruption und Gewalt im Zusammenhang mit diesem Milieu.
Auch politisch trat Rocha Moya stets entschlossen auf. Er warf dem ehemaligen Gouverneur Antonio Toledo Corro vor, Korruption, Unterdrückung und Gewalt in Sinaloa verschärft zu haben. Unter Toledo Corros Führung, so Rocha Moya, hätten sich die Zahl der Bars und illegalen Vergnügungsstätten im Bundesstaat massiv erhöht.
Nun, mit einer Vorladung vor eine Bundes-Geschworenenjury konfrontiert, pocht Rocha Moya auf seine Redlichkeit. „Ich bin ein ehrlicher Mann ohne etwas zu verbergen“, erklärte er und gelobte, die Ermittlungen zu unterstützen. Der Fall markiert eine dramatische Wende für einen Mann, der jahrelang genau jene Missstände anprangerte, derer er nun selbst beschuldigt wird.
Die Vorwürfe gegen Rocha Moya treffen auf eine kritische Phase in der politischen Landschaft Sinaloas. Sein Versprechen, mit den Behörden zu kooperieren, ebnet den Weg für ein juristisches Verfahren, das sein öffentliches Bild nachhaltig prägen könnte. Das Ergebnis wird zeigen, ob seine jahrzehntelange Kritik am Drogenhandel mit seinem eigenen Handeln in Einklang steht.






