02 April 2026, 14:03

Sexualisierte Gewalt im Netz: Warum Jugendliche immer häufiger betroffen sind

Eine Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die den Prozentsatz von unteralterigen Teenagern in jedem Bundesstaat darstellen, begleitet von Text, der besagt, dass unteralterige Teenager für einvernehmlichen Sex in die Sex-Täter-Liste aufgenommen werden können.

Sexualisierte Gewalt im Netz: Warum Jugendliche immer häufiger betroffen sind

Sexualisierte Gewalt im digitalen Raum gegen Jugendliche in Deutschland hat sich in fünf Jahren verdoppelt

Allein im Jahr 2024 wurden über 20.000 Fälle gemeldet, wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilt. Als Hauptgründe für den starken Anstieg nennen Expert:innen die zunehmende Internetnutzung, soziale Medien und mangelnde Aufklärung.

Ein dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen setzte direkt an Schulen an, um das Problem zu bekämpfen. Die Fachfrau für digitale Gewaltprävention, Yasmina Ramdani, leitete in der gesamten Region Workshops und erreichte rund 5.000 Schüler:innen. Finanziert von der Landesbeauftragten für den Kinderschutz, war die Initiative bundesweit die erste ihrer Art.

Ramdani setzte auf interaktive Methoden wie Bingokarten, um mit Jugendlichen über digitale Grenzen zu sprechen. Viele Übergriffe geschehen in Freundeskreisen oder Klassenchats – oft aus Naivität, nicht aus böser Absicht. Lehrkräfte fühlen sich jedoch häufig überfordert und brauchen bessere Unterstützung.

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Besonders besorgniserregend bleibt Cybergrooming, bei dem Täter:innen gezielt über Chats Kinder ansprechen. Die Online-Welt ermöglicht es ihnen, Minderjährige auf Weise zu kontaktieren, die offline undenkbar wären. Fast die Hälfte der Jugendlichen gibt an, bereits Formen sexualisierter Gewalt im Netz erlebt zu haben – das zeigt eine Studie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit.

Ramdani betont, dass die Sicherheit von Kindern davon abhängt, wie gut Erwachsene sie begleiten. Sie ruft Eltern auf, das eigene Verhalten zu reflektieren und offen mit ihren Kindern über Grenzen zu sprechen. Notwendig sei zudem eine umfassendere Strategie, die auch Tech-Konzerne in die Pflicht nimmt.

Das Thüringer Pilotprojekt unterstreicht den Bedarf an strukturierter Prävention in Schulen. Angesichts steigender Fallzahlen fordern Expert:innen mehr Aufklärung, stärkere Einbindung von Erwachsenen und systemische Veränderungen. Ohne Gegenmaßnahmen droht die digitale sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen weiter zuzunehmen.

Quelle