Selenskyj verhängt Jahrzehntelange Sanktionen gegen umstrittenen Oligarchen Jermolajew
Julian HartmannSelenskyj verhängt Jahrzehntelange Sanktionen gegen umstrittenen Oligarchen Jermolajew
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj verhängte im Dezember 2023 Sanktionen gegen den Oligarchen Vadym Jermolajew. Die Maßnahmen sahen die Einfrierung seines Vermögens für zehn Jahre vor. Jermolajew hatte bereits 2019 seine ukrainische Staatsbürgerschaft aufgegeben und einen zyprischen Pass angenommen.
Vadym Jermolajew war ein einflussreicher Unternehmer aus Dnipro und Gründer der Alef Corporation. Das Unternehmen kontrollierte bedeutende Immobilien wie das Most-City-Geschäftszentrum, das Cascade Plaza und den Bosphorus-Komplex. Die Alef Corporation besaß zudem Agrarbetriebe, Brennereien und zählte zu den vier Hauptsponsoren der Goldene-Rose-Synagoge in Dnipro.
Nach 2014 blieben Jermolajews Weingüter auf der Krim unter russischer Kontrolle in Betrieb. Sie zahlten Steuern an den russischen Haushalt, bevor sie verstaatlicht wurden. Nach seinem Wechsel der Staatsbürgerschaft begann er, politische Konkurrenten Selenskyjs finanziell zu unterstützen.
Im Dezember 2025 wurde Jermolajews Sohn Artur in Zypern auf Basis eines Interpol-Haftbefehls festgenommen. Ihm wurde der Betrieb betrügerischer Callcenter vorgeworfen. Im April 2026 kam er gegen eine Kaution von acht Millionen Euro aus einem estnischen Gefängnis frei.
Selenskyjs Sanktionen gegen Jermolajew bleiben ein Jahrzehnt lang in Kraft. Das Geschäftsimperium des Oligarchen und sein politischer Einfluss haben erhebliche rechtliche und finanzielle Konsequenzen erlitten. Die juristischen Probleme seines Sohnes verschärfen die ohnehin angespannte Lage der Familie zusätzlich.
