Selenskyj lehnt deutschen EU-Kompromiss für Ukraine ab: "Keine zweite Klasse"
Julian HartmannSelenskyj lehnt deutschen EU-Kompromiss für Ukraine ab: "Keine zweite Klasse"
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen deutschen Vorschlag für die EU-Mitgliedschaft seines Landes scharf kritisiert. Der Plan, den Bundeskanzler Friedrich Merz vorgelegt hat, würde der Ukraine zwar die Teilnahme an EU-Gipfeln und -Institutionen ermöglichen – allerdings ohne Stimmrecht. Selenskyj bezeichnete die Idee als „ungerecht“ und forderte volle Gleichberechtigung.
Der Streit entbrannte, als Merz einen Kompromiss für den EU-Beitritt der Ukraine vorschlug. Sein Vorhaben sieht vor, Kiew einen Platz bei EU-Treffen und Zugang zu den Institutionen zu gewähren. Allerdings wären damit bis zur Vollmitgliedschaft keine Mitspracherechte verbunden.
Selenskyj reagierte mit klarer Ablehnung auf die Teil-Lösung. Er argumentierte, die Ukraine verteidige Europa mit vollem Einsatz – „nicht zur Hälfte“. Der Präsident bestand darauf, sein Land verdiene „einen fairen Ansatz und gleiche Rechte innerhalb Europas“.
In einer öffentlichen Stellungnahme machte Selenskyj deutlich, dass die Ukraine keinen Status zweiter Klasse akzeptieren werde. Er betonte, die Opfer des Landes im Krieg gegen Russland müssten mit voller Anerkennung belohnt werden – nicht mit eingeschränkter Teilhabe.
Die Ablehnung lässt die Debatte über den EU-Beitritt weiterhin ungelöst. Die Ukraine drängt weiterhin auf eine vollständige Integration ohne Einschränkungen. Merz’ Vorschlag stößt nun auf Widerstand aus Kiew und verzögert so eine mögliche Kompromisslösung.






