Schweizer Medienkampf: Wie zwei Werber die SRG-Gebührenkürzung stoppen wollen
Julian HartmannSchweizer Medienkampf: Wie zwei Werber die SRG-Gebührenkürzung stoppen wollen
In der Schweiz hat sich ein erbitterter Kampf um die Pläne zur Kürzung der Mittel für den öffentlich-rechtlichen Rundfunksender SRG entfacht. Zwei Werbefachleute, Laura Zimmermann und David Schärer, führten die Opposition an – ohne offizielle Unterstützung. Ihre Initiativen umfassten eine auffällige Plakatkampagne und ein Crowdfunding, das 1,5 Millionen Schweizer Franken einbrachte, um die Regierungspläne zu bekämpfen.
Der Streit begann, nachdem die Schweizer Regierung unter Medienminister Albert Rösti vorschlug, die Haushaltsabgabe für die SRG von 335 auf 300 Franken zu senken. Dieser Schritt folgte auf die Ablehnung einer noch radikalerer Initiative im Jahr 2023, die eine Halbierung der Gebühr gefordert hatte. Dennoch blieb Rösti bei seinen Bestrebungen, die Finanzierung des Senders zu kürzen. Kritiker wie der SP-Co-Präsident Cédric Wermuth bezeichneten die Debatte als eine "grundsätzliche Machtfrage" und warfen Rösti vor, demokratische Prozesse zu umgehen.
Die Gegenkampagne "Gute Nacht" startete im Oktober 2025 mit regionalen Slogans wie "Gute Nacht, Regionalberichterstattung" und "Gute Nacht, Lauberhorn". Letzterer löste eine Kontroverse aus, als ein Journalist der Weltwoche die SRG verspottete, weil sie angeblich das ikonische Skirennen abgesetzt habe. Roger Schnegg von Swiss Olympic erklärte daraufhin, die Übertragung werde voraussichtlich trotzdem stattfinden – und stärkte damit unfreiwillig die Botschaft der Kampagne.
Nationalrat Ueli Schmezer, ehemaliger Moderator der Sendung Kassensturz, kündigte an, Rösti nach der Abstimmung im Parlament herauszufordern. Er argumentierte, die Gebührensenkung sei rechtlich und demokratisch nicht legitimiert, und warnte vor einer schweren Schwächung der SRG. Die Nein-Kampagne hingegen finanzierte sich ausschließlich über Spenden und lehnte 1,6 Millionen Franken ab, die ihr die Sozialdemokratische Partei (SP) angeboten hatte, um ihre Unabhängigkeit zu wahren.
Der crowdfinanzierte Ansatz und die basisdemokratischen Methoden der Kampagne zeigten, wie groß die Sorgen um die Zukunft des Senders sind. Unterstützer befürchten, dass die Kürzungen die Regionalprogramme und den öffentlich-rechtlichen Auftrag der SRG untergraben könnten.
Das Ergebnis der Abstimmung wird entscheiden, ob die SRG unter Röstis Plänen weiter unter finanziellen Druck gerät. Sollte die Senkung beschlossen werden, wäre dies ein einschneidender Wandel für die Schweizer Medienlandschaft. Die Gegner haben bereits angekündigt, sich im Parlament und vor Gericht zur Wehr zu setzen.