Schröder trifft Putin in Moskau – und spaltet die deutsche Politik
Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat in Moskau den russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Der Besuch sorgt für gemischte Reaktionen: Während sich die Bundesregierung bedeckt hält, sehen einige Politiker darin mögliche Vorteile. Der SPD-Außenexperte Ralf Stegner hat sich positiv über das Gespräch geäußert.
Schröders Reise nach Moskau wurde nicht in Absprache mit dem Auswärtigen Amt organisiert. Beamte dort waren in die Gespräche nicht eingebunden und verzichteten auf eine Stellungnahme zum Treffen.
Der SPD-Politiker Stegner argumentierte, Schröders direkter Zugang zu Putin könne nützlich sein. Er wies Bedenken gegenüber dem Besuch zurück und bezeichnete ihn als Chance statt als Risiko. Seiner Meinung nach könnte Schröder – obwohl er sich nicht mehr aktiv in der Politik engagiere – weiterhin als Brückenbauer zwischen Deutschland und Russland fungieren.
Stegner lehnte auch die Vorstellung ab, Schröder sei nach Moskau gereist, um Putin zu schmeicheln oder dessen jüngsten Wahlsieg zu würdigen. Stattdessen begrüßte er die Bemühungen erfahrener Führungspersönlichkeiten, mit dem Kreml in Dialog zu treten. Kritik an Putin von außerhalb Russlands, so Stegner, bringe wenig im Vergleich zu direkten Gesprächen.
Die Bundesregierung reagierte bisher zurückhaltend: Es gab keine offizielle Erklärung, und Fragen zum Treffen blieben unbeantwortet. Die Gespräche zwischen Schröder und Putin bleiben eine private Initiative ohne Bezug zur offiziellen Haltung Berlins. Während sich die Regierung in Schweigen hüllt, argumentieren Politiker wie Stegner, solche Treffen könnten Kommunikationskanäle öffnen. Die langfristigen Auswirkungen des Austauschs sind jedoch ungewiss.






