Sarah Mullally wird erste Erzbischofin von Canterbury – ein historischer Moment
Julian HartmannSarah Mullally wird erste Erzbischofin von Canterbury – ein historischer Moment
Sarah Mullally hat Geschichte geschrieben: Sie ist die erste Frau, die Erzbischof von Canterbury wird. Ihre Amtseinführung fand im März 2026 statt, nachdem Justin Welby Ende 2024 zurückgetreten war. An der Zeremonie nahmen Prinz William und Prinzessin Kate teil, die König Charles III. in seiner Rolle als oberstes Oberhaupt der Kirche von England vertraten.
Mullallys Karriere begann fernab der Kanzel. Zunächst absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und spezialisierte sich auf die Krebsbehandlung, bevor sie in den Kirchendienst wechselte. Ihr Aufstieg in der Kirchenhierarchie gipfelte 2018 in ihrer Ernennung zur Bischof von London. Dort machte sie sich vor allem durch ihre fortschrittlichen Ansichten einen Namen, insbesondere in der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen.
Trotz ihrer modernen Haltung bezieht sie jedoch eine klare Position gegen das von der Labour-Regierung geplante Gesetz zur Sterbehilfe. Mit ihrem neuen Amt gehört sie zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der weltweiten Anglikanischen Gemeinschaft. Der Wechsel markiert einen historischen Moment für die Kirche von England, da sie nach Jahrhunderten der Tradition erstmals deren höchstes Amt übernimmt.
Ihre Amtseinführung war ein formeller, zugleich aber symbolträchtiger Akt. Die Anwesenheit hochrangiger Mitglieder des Königshauses unterstrich die Bedeutung ihrer Ernennung. König Charles III., der zwar nicht persönlich anwesend war, trägt als zeremonielles Oberhaupt den Titel des Supreme Governor und betont damit die enge Verbindung zwischen Kirche und Monarchie.
Mullallys Berufung verändert die Führung der Kirche von England grundlegend. Als erste Erzbischofin von Canterbury bringt sie sowohl Erfahrung als auch eine progressive Stimme in das Amt ein. In ihren ersten Amtsmonaten wird sie voraussichtlich interne Debatten steuern müssen, ohne dabei die Traditionen der Kirche aus den Augen zu verlieren.






