Salzburger Festspiele: Intendantin Bergmann zwischen Tradition und Currentzis-Skandal
Charlotte RichterSalzburger Festspiele: Intendantin Bergmann zwischen Tradition und Currentzis-Skandal
Die Salzburger Festspiele stehen erneut in der Kritik, während ihre Intendantin Karin Bergmann die Vorbereitungen für die anstehende Veranstaltung trifft. Die Vorwürfe mehren sich wegen ihrer Unterstützung für den Dirigenten Teodor Currentzis, dessen Verbindungen zu russischen Unternehmen mit Kriegsbezug für Aufsehen sorgen. Die Gründungsprinzipien des Festivals betonen die moralische Verantwortung der Kunst – ein Aspekt, der die aktuelle Debatte zusätzlich belastet.
Bergmann übernahm das Amt, nachdem die Fehler ihres Vorgängers die Festspiele in eine Krise gestürzt und einen Neuanfang erfordert hatten. Nun muss sie den Spagat zwischen bewährten Traditionen und zukünftigen Herausforderungen meistern – wohlwissend, dass bereits im September ihr Nachfolger oder ihre Nachfolgerin bestimmt wird. Die Anhörungen für die Nachfolge sind bereits angesetzt.
Besonders scharfe Kritik zieht Bergmanns Rückendeckung für Currentzis auf sich. Der russische Dirigent wird von Unternehmen wie Gazprom und der VTB Bank finanziert, die beide mit dem Krieg in Verbindung gebracht werden. Musiker aus seinem Ensemble MusicAeterna haben zusätzlich für Empörung gesorgt, indem sie deutsche Politik angreifen und Journalisten mit Nazis vergleichen.
Die Gründungsurkunde der Festspiele unterstreicht die kulturelle und ethische Rolle der Kunst. Doch Bergmanns Vorgehen – der Versuch, alte Loyalitäten mit neuen Anforderungen in Einklang zu bringen – lässt manche an ihren Prioritäten zweifeln. Kritiker werfen ihr vor, sie klammere sich an vergangene Strukturen, statt ungelöste Konflikte anzugehen.
Bald steht ein Führungswechsel bevor: Noch in den kommenden Monaten wird über Bergmanns Nachfolger entschieden. Ihre Handhabung der Currentzis-Affäre hat die Werte des Festivals auf den Prüfstand gestellt. Wie die Veranstaltung künftig ihre moralische Verantwortung wahrnimmt, wird sich an diesem Fall messen lassen müssen.






