Sächsische Apotheken kämpfen ums Überleben – Proteste gegen finanzielle Not geplant
Julian HartmannApotheken kämpfen mit Engpässen und Online-Konkurrenz - Sächsische Apotheken kämpfen ums Überleben – Proteste gegen finanzielle Not geplant
Apotheken in Sachsen stehen unter wachsendem finanziellen Druck
In ganz Sachsen kämpfen Apotheken mit zunehmenden finanziellen Belastungen – mehr als 120 mussten in den vergangenen zehn Jahren schließen. Allein im letzten Jahr stellten 18 den Betrieb ein, während nur fünf neu eröffneten. Nun bereiten sich Apotheker auf Proteste vor: Für den 23. März ist eine bundesweite Aktion geplant.
Seit 2013 sind die Erstattungssätze für Apotheken eingefroren, obwohl die Betriebskosten um 65 Prozent gestiegen sind. Mittlerweile arbeiten über 30 Prozent der sächsischen Apotheken mit Verlusten oder stehen auf wackeligem finanziellen Grund. Die angespannte Lage führt zu chronischen Engpässen – aktuell sind mehr als 500 essenzielle Medikamente nicht verfügbar oder nur begrenzt lieferbar.
Online-Apotheken verschärfen den Druck Auch Versandapotheken, darunter eine mit Beteiligung des Fernsehmoderators Günther Jauch, setzen die Branche unter Druck. Die digitalen Konkurrenten konzentrieren sich oft auf hochpreisige Produkte, während sie die umfassenderen Aufgaben klassischer Präsenzapotheken umgehen.
Die Bundesregierung hat vorgeschlagen, die Festgebühr pro Medikamentenpackung auf 9,50 Euro anzuheben. Zudem sollen Apotheker künftig stärker in Impfungen und Vorsorge eingebunden werden, während Bürokratie abgebaut wird. Doch trotz dieser Maßnahmen bleibt die Unzufriedenheit groß.
Protest und Fachkonferenz in Chemnitz Am 23. März werden viele Apotheken in Sachsen für einen Tag schließen, um an der Protestaktion teilzunehmen – Notdienste bleiben jedoch geöffnet. Am selben Wochenende treffen sich Apotheker in Chemnitz zu ihrer jährlichen Fachkonferenz, bei der die Krise der Branche im Mittelpunkt stehen wird.
Die Proteste unterstreichen die verschärfte Lage im sächsischen Apothekensektor. Angesichts steigender Verluste und anhaltender Medikamentenknappheit könnten die geplanten Reformen der Regierung nicht ausreichen, um die Situation zu stabilisieren. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Maßnahmen die belasteten lokalen Apotheken entlasten können.