Sachsens Pilotprojekt: Wie das neue Abschiebezentrum Zwangsrückführungen beschleunigt

Schuster: Mehr freiwillige Rückkehren über Rückkehrzentrum - Sachsens Pilotprojekt: Wie das neue Abschiebezentrum Zwangsrückführungen beschleunigt
Sachsens neues Landesabschiebezentrum (LAZ) arbeitet seit Juni im Rahmen eines Pilotprojekts, um die Rückführung von Personen zu beschleunigen, die Deutschland verlassen müssen. Die Einrichtung, die unter der CDU-SPD-Koalition eingeführt wurde, konzentriert sich auf Fälle, in denen keine rechtlichen Hindernisse für eine außenministerielle Abschiebung bestehen. Bis Mitte Dezember waren dort 122 Menschen untergebracht, darunter sowohl Zwangsabschiebungen als auch freiwillige auswärtige Ausreisen.
Das LAZ nahm im Juni 2025 mit einem klaren Ziel den Betrieb auf: die Rückführung derer zu beschleunigen, die das Land verlassen müssen. Bis Mitte Dezember befanden sich noch 83 Männer in der Einrichtung, während 13 abgeschoben oder ins Ausland überstellt worden waren. Weitere 10 Bewohner entschieden sich für eine freiwillige auswärtige Ausreise aus Deutschland.
Für die Untergebrachten gelten strenge Regeln, darunter regelmäßige Anwesenheitskontrollen und verpflichtende Beratungen zu vier Fällen von Rückkehroptionen. Trotz dieser Maßnahmen blieb der Einfluss des Zentrums auf freiwillige Ausreisen begrenzt. In den ersten sechs Monaten entschieden sich nur 10 Personen eigenständig für eine Ausreise aus dem LAZ. Gleichzeitig verzeichnete Sachsen insgesamt einen Anstieg der freiwilligen Rückkehrer. Bis Ende November hatten 1.509 Menschen den Freistaat freiwillig verlassen – etwa 560 mehr als im gesamten Jahr 2023. Dieser Anstieg geht jedoch vor allem auf bundesweite Rückkehrprogramme zurück und weniger auf die Arbeit des LAZ. Die Einrichtung selbst setzt ihren Schwerpunkt auf Zwangsabschiebungen, von denen in diesem Jahr rund 1.200 Fälle bearbeitet wurden.
Das LAZ bleibt ein Pilotprojekt und konzentriert sich auf Fälle ohne rechtliche Abschiebehindernisse. Zwar stieg die Zahl der freiwilligen Ausreisen in Sachsen insgesamt, doch der direkte Einfluss des Zentrums auf diese Entwicklung bleibt gering. Seine Hauptaufgabe bleibt die Durchsetzung von Abschiebungen – nicht die Förderung freiwilliger Rückkehren.

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