Sachsens Justiz leidet unter akutem Richtermangel – 14 Stellen vakant

Admin User
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Ein paar Frauen stehen auf einem hölzernen Platz mit einer Metallwand, einer Tür und Schildern im Hintergrund.

Ersatz von Richtersitzen dauert fast zehn Monate - Sachsens Justiz leidet unter akutem Richtermangel – 14 Stellen vakant

Sachsens Gerichte kämpfen mit wachsendem Richtermangel – 14 Stellen unbesetzt

In Sachsens Justiz fehlen derzeit 14 Richterinnen und Richter auf Landes- und Amtsgerichtsebene. Einige der vakanten Positionen sind bereits seit Monaten unbesetzt, was Bedenken wegen möglicher Verzögerungen im Justizsystem aufkommen lässt.

Am stärksten betroffen ist das Landgericht Leipzig mit drei unbesetzten Richterstellen. Auch das Landgericht Dresden sowie die Amtsgerichte in Dresden und Weißwasser melden jeweils zwei freie Positionen. Die Amtsgerichte in Dippoldiswalde, Hohenstein-Ernstthal, Hoyerswerda, Marienberg und Riesa suchen jeweils eine Richterin oder einen Richter.

Die Besetzung der Stellen zieht sich jedoch in die Länge: Einstiegspositionen in der Justiz werden im Schnitt nach 2,4 Monaten besetzt, höhere Richterposten benötigen dagegen deutlich länger – durchschnittlich neun Monate und zwei Wochen. Die Verzögerungen fallen in eine Phase, in der Sachsens Justiz mit einer Welle von Pensionierungen konfrontiert ist: Bis 2030 werden voraussichtlich 95 Richterinnen, Richter und Staatsanwältinnen sowie Staatsanwälte ausscheiden.

Das Justizministerium hat für die Jahre 2025–2026 rund 700 Richterstellen an Landes- und Amtsgerichten veranschlagt. Justizministerin Prof. Constanze Geiert, seit dem 1. Januar 2025 im Amt, treibt die Diskussionen über eine personelle Verstärkung der Justiz voran. Ein direkter Zusammenhang zwischen ihrer Amtsführung und den aktuellen Vakanzen wurde jedoch nicht hergestellt.

Mit 14 unbesetzten Stellen und weiteren Pensionierungen in Aussicht bleibt die personelle Ausstattung der sächsischen Gerichte eine Daueraufgabe. Die Haushaltsplanung des Justizministeriums zielt zwar auf eine Entlastung ab, doch die Besetzung der Stellen – insbesondere der höheren Positionen – gestaltet sich weiterhin zäh.