12 March 2026, 14:02

Sachsen könnte klimaneutral werden – doch Infrastruktur und Kosten bremsen den Fortschritt

Ein Plakat mit Text und einem Logo, auf dem steht: "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen bis 2030 um etwa eine Gigatonne."

Studie: Klimaneutralität technisch möglich, steht aber vor Herausforderungen - Sachsen könnte klimaneutral werden – doch Infrastruktur und Kosten bremsen den Fortschritt

Eine neue Studie der Sächsischen Energieagentur zeigt, dass die sächsische Wirtschaft technisch gesehen Klimaneutralität erreichen könnte. Die Erkenntnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland bundesweit bis 2045 klimaneutral werden will. Doch es gibt weiterhin erhebliche Hindernisse in den Bereichen Infrastruktur, Kosten und Regulierung.

Der Bericht betont, dass Energieeffizienz der schnellste und kostengünstigste Weg zur Reduzierung von Emissionen ist. Unternehmen in Sachsen könnten ihren Stromverbrauch durch Maßnahmen wie Abwärmenutzung und verbesserte Beleuchtung um über 60 Prozent senken. Auch die Raumwärme wurde als zentrales Einsparpotenzial in allen Sektoren identifiziert.

Der Netzausbau in Sachsen hinkt hinterher: Zwischen 2021 und 2025 wuchs das Netz nur um durchschnittlich 1,2 Prozent pro Jahr – deutlich unter dem Bundesschnitt von 2,1 Prozent. Andere Bundesländer wie Bayern (2,5 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (2,3 Prozent) bauten ihre Netze schneller aus. Um Engpässe zu verringern, werden Projekte wie die Hochspannungsleitung SuedOstLink (525 kV, Fertigstellung für 2024 geplant) umgesetzt, die Sachsen mit Bayern verbindet. Weitere Maßnahmen umfassen den Regionalen Netzentwicklungsplan 2037 und die Modernisierung von 200 Kilometern Freileitungen bis 2025.

Die Studie skizziert 13 branchenspezifische Profile, in denen Technologieoptionen, Kostentrends und Branchenbedürfnisse für die Dekarbonisierung dargestellt werden. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen, darunter begrenzte Netzkapazitäten, langwierige Planungsverfahren und steigende Stromkosten. Diese Faktoren bremsen den Fortschritt bei der Elektrifizierung und den Klimazielen.

Die Sächsische Energieagentur empfiehlt, Energieeffizienzmaßnahmen Vorrang vor großangelegten Transformationsprojekten einzuräumen. Ein beschleunigter Netzausbau und vereinfachte Regularien würden ebenfalls helfen, das deutsche Ziel für 2045 zu erreichen. Ohne diese Schritte könnten wirtschaftliche und infrastrukturelle Barrieren die Klimaneutralität in Sachsen und darüber hinaus verzögern.

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