09 June 2026, 17:01

Sachsen-Anhalt gibt Lehrkräften neuen Leitfaden gegen Extremismus an die Hand

Sachsen-Anhalt präsentiert 'Richtlinie' für Lehrer gegen Extremismus

Sachsen-Anhalt gibt Lehrkräften neuen Leitfaden gegen Extremismus an die Hand

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat einen neuen Leitfaden veröffentlicht, der Pädagoginnen und Pädagogen dabei unterstützen soll, Extremismus an Schulen zu bekämpfen. Das Handbuch richtet sich an Lehrkräfte und Sozialarbeiterinnen und bietet konkrete Handlungsanweisungen für den Umgang mit Problemen wie Rassismus, Diskriminierung und Radikalisierung unter Schülerinnen und Schülern.

Der Leitfaden wurde gemeinsam vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und dem Bildungsministerium erarbeitet. Er enthält klare Empfehlungen zum Umgang mit extremistischem Verhalten, etwa antisemitischen Äußerungen oder Hassrede im Klassenzimmer. Zudem sind Anlaufstellen, Fortbildungsmöglichkeiten und Handlungspläne aufgeführt, um Fachkräfte in schwierigen Situationen zu unterstützen.

Bildungsminister Jan Riedel (CDU) betonte, dass Schulen demokratische Werte aktiv verteidigen müssten. Lehrkräfte seien in der Pflicht, gegen Extremismus deutlich Stellung zu beziehen. Der Leitfaden thematisiert auch Fälle, in denen Schülerinnen und Schüler durch radikale Ansichten aus dem Elternhaus beeinflusst werden.

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Parallel dazu veröffentlichte das Sozialministerium ein separates Handbuch zur politischen Neutralität in der Kinder- und Jugendhilfe. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) stellte klar, dass Neutralität nicht bedeute, bei Hass oder Hetze zu schweigen. Sie unterstrich, dass Demokratie auf offenen Dialog angewiesen sei, extremistische Rhetorik jedoch zurückgewiesen werden müsse.

Das Bildungsministerium hat die Maßnahmen zusätzlich gestärkt, indem es verbindliche Standards für die politische Bildung an Schulen festlegte. Die neuen Regelungen sorgen dafür, dass Lehrkräfte bei der Behandlung sensibler Themen im Unterricht strukturierte Orientierung erhalten.

Die neuen Materialien bieten Pädagoginnen und Pädagogen Instrumente, um Extremismus frühzeitig zu erkennen und wirksam entgegenzutreten. Schulen in Sachsen-Anhalt verfügen nun über klarere Abläufe für den Umgang mit Vorfällen – von Hass im Netz bis hin zu Radikalisierungstendenzen. Mit der Initiative will die Landesregierung demokratische Werte in der Bildung stärken und Fachkräfte in herausfordernden Situationen besser unterstützen.

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