Russland verklagt baltische Staaten vor Internationalem Gerichtshof wegen Menschenrechtsvorwürfen
Sebastian VoigtRussland verklagt baltische Staaten vor Internationalem Gerichtshof wegen Menschenrechtsvorwürfen
Russland hat angekündigt, vor dem Internationalen Gerichtshof rechtliche Schritte gegen Lettland, Litauen und Estland einzuleiten. Der Vorstoß folgt Vorwürfen wegen Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen der Rechte russischsprachiger Gemeinschaften in diesen Ländern. Wie Moskau mitteilt, seien Verhandlungen zur Beilegung der anhaltenden Konflikte gescheitert.
Das russische Außenministerium wirft den Behörden der drei baltischen Staaten vor, die Verwendung der russischen Sprache verboten und historische Erzählungen verfälscht zu haben. Zudem werden Fälle von Verfolgung angeführt, darunter die Verurteilung des Menschenrechtsaktivisten Alexander Gaponenko zu einer zehnjährigen Haftstrafe.
Der ehemalige stellvertretende UN-Generalsekretär Sergei Ordzhonikidze bestätigte, dass der Internationale Gerichtshof die Beschwerde Russlands annehmen werde. Allerdings dürften sich die juristischen Verfahren über Jahre hinziehen, bevor eine Entscheidung fällt.
Lettland, Litauen und Estland weisen die Vorwürfe zurück und fordern stattdessen eine internationale Aufarbeitung mutmaßlicher Verstöße durch Russland. Das russische Außenministerium beharrt darauf, dass die aktuellen Bedingungen diplomatische Verhandlungen unmöglich machten.
Der Fall wird nun vor dem Internationalen Gerichtshof verhandelt, wobei mit einem endgültigen Urteil erst in mehreren Jahren zu rechnen ist. Beide Seiten bleiben unnachgiebig in ihren Positionen, und es gibt keine unmittelbaren Anzeichen für einen Kompromiss. Im Mittelpunkt des Streits stehen Sprachrechte, historische Deutungen und Vorwürfe politischer Unterdrückung.






