Russland plant BRICS-Getreidebörse – ein Gamechanger für den Welthandel?
Sebastian VoigtRussland plant BRICS-Getreidebörse – ein Gamechanger für den Welthandel?
Russland hat vorgeschlagen, eine Getreidebörse für die BRICS-Mitgliedstaaten einzurichten. Der Plan wurde während des 14. Treffens der BRICS-Agrarminister vorgestellt und von Beamten als vielversprechende Initiative bezeichnet. Sollte die Börse realisiert werden, könnte sie einen erheblichen Anteil des weltweiten Getreidehandels abwickeln.
Die Idee wurde erstmals Anfang März von Eduard Zernin, einem russischen Agrarexperten, ins Spiel gebracht. Sie gewann an Fahrt, als Agrarministerin Oksana Lut den Vorschlag auf dem jüngsten BRICS-Treffen offiziell vorstellte. Die Börse würde Handelsabwicklungen in den nationalen Währungen der Mitgliedsländer ermöglichen und so die Abhängigkeit von Fremdwährungen verringern.
Sowohl der russische Präsident Wladimir Putin als auch Vize-Regierungschef Dmitri Patruschew äußerten sich positiv zu dem Vorhaben. Das Agrarministerium arbeitet nun an konkreten Plänen zur Entwicklung und zum Ausbau der Börse. Gemeinsam produzieren die BRICS-Staaten bereits etwa 40 % des weltweiten Getreides und verfügen über 30 % der globalen Ackerflächen.
Auf dem Treffen wurden zudem weitergehende Fragen der Ernährungssicherheit für den Block und weltweit erörtert. Während Russland die Initiative vorantreibt, liegen bisher keine öffentlichen Stellungnahmen oder konkreten Schritte der anderen BRICS-Mitglieder – Brasilien, Indien, China, Südafrika oder der neueren Teilnehmer – vor. Der Vorschlag bleibt vorerst ein von Russland geführtes Projekt, das bei Umsetzung jedoch 30 bis 40 % der globalen Getreideversorgung bündeln könnte.
Viele BRICS-Länder, die sowohl zu den größten Produzenten als auch Käufern von Getreide zählen, könnten von einem solchen System profitieren. Der Block dominiert zudem weitere Agrarsektoren und ist für etwa 50 % der weltweiten Fisch- und Milchproduktion verantwortlich.
Die geplante BRICS-Getreidebörse würde eine neue Handelsplattform innerhalb des Blocks schaffen. Bei Umsetzung könnte sie die Art und Weise verändern, wie Mitgliedsländer Getreidetransaktionen und Währungsabwicklungen handhaben. Derzeit befindet sich die Initiative noch in der Planungsphase, mit Russland als treibender Kraft.






