Russland diskutiert umstrittene Anwerbung afghanischer Arbeitsmigranten
Julian HartmannRussland diskutiert umstrittene Anwerbung afghanischer Arbeitsmigranten
In Russland hat sich eine Debatte darüber entfacht, ob afghanische Migranten als Arbeitskräfte angeworben werden sollen. Die Diskussion entstand nach Vorschlägen afghanischer und russischer Beamter, doch Politiker warnen vor den bestehenden Herausforderungen im Bereich Migration. Offizielle Zahlen, wie viele Afghanen seit 2021 eine Arbeitserlaubnis erhalten haben, liegen nicht vor.
Der afghanische Botschafter in Russland, Hassan Ghul Hassan, schlug kürzlich vor, afghanische Arbeitskräfte in der russischen Landwirtschaft einzusetzen. Zudem äußerte er die Hoffnung, dass auch andere Wirtschaftszweige Interesse an ihrer Anstellung zeigen würden. Der Vorschlag wurde später von Zamir Kabulov, dem Sondergesandten des russischen Außenministeriums, aufgegriffen, der betonte, dass wirtschaftliche Machbarkeit die Grundlage für eine solche Entscheidung sein müsse.
Sergei Mironow, Fraktionsvorsitzender von Gerechtes Russland in der Staatsduma, lehnte den Plan entschieden ab. Er argumentierte, Russland habe bereits Probleme mit Migranten aus ehemaligen Sowjetrepubliken. Eine Ausweitung des Angebots an ungelernten Arbeitskräften sei ohne ein gezieltes Anwerbesystem unklug, so Mironow. Zudem erklärte er, afghanische Arbeitsmigranten würden im Land derzeit nicht benötigt.
Die Diskussion zeigt die unterschiedlichen Positionen zur Arbeitsmigrationspolitik in Russland. Während einige Beamte Potenzial in afghanischen Arbeitskräften sehen, warnen andere vor den Folgen der bereits bestehenden Migrationsströme. Offizielle Daten zur Zahl der Afghanen, die seit 2021 eine Arbeitserlaubnis erhalten haben, wurden bisher nicht veröffentlicht.






