Russische Hackergruppe Turla nutzt neue Malware StockStay für langfristige Cyberangriffe
Finn WolfRussische Hackergruppe Turla nutzt neue Malware StockStay für langfristige Cyberangriffe
Eine von Russland staatlich unterstützte Hackergruppe setzt seit Ende 2022 aktiv ein ausgeklügeltes Schadprogramm ein. Die seit Langem aktive Cyberspionage-Gruppe Turla entwickelte die als StockStay bekannte Malware, um dauerhaften Zugriff auf infizierte Systeme zu behalten. Die Gruppe bleibt eine erhebliche und anhaltende Bedrohung in der digitalen Landschaft.
Turla setzte StockStay erstmals mindestens ab Dezember 2022 ein. Die Schadsoftware wurde als redundantes System konzipiert, um sicherzustellen, dass die Gruppe selbst dann noch Zugriff behält, wenn andere Werkzeuge entdeckt oder entfernt werden.
Zu den Hauptzielen gehörten vor allem ukrainische Regierungs- und Verteidigungsbehörden. Die Infektionen verbreiteten sich über Phishing-E-Mails, die bösartige Konfigurationsdateien für das Remote Desktop Protocol enthielten. Die Angreifer nutzten zudem akademische und diplomatische Themen, um ihre Opfer dazu zu bringen, die Dateien zu öffnen.
Frühe Versionen von StockStay wurden später auch in Italien, den Niederlanden, Polen und Deutschland entdeckt. Mit der Zeit entwickelte sich die Malware weiter und tarnt sich inzwischen als harmlose Software, etwa als PDF-Reader oder Taschenrechner-Anwendungen. Forscher stellten fest, dass StockStay zentrale Codebestandteile und Funktionen mit Kazuar teilt, einem weiteren Malware-Framework, das mit Turla in Verbindung gebracht wird.
StockStay steht für eine hartnäckige und anpassungsfähige Bedrohung, die von einer der langlebigsten russischen Cyberspionage-Gruppen entwickelt wurde. Ihre Fähigkeit, der Entdeckung zu entgehen und langfristigen Zugriff zu sichern, unterstreicht die Herausforderungen, vor denen betroffene Organisationen stehen. Die Ausbreitung der Malware über die Ukraine hinaus zeigt, dass ihre Ziele im Bereich der Cyberoperationen weiter gesteckt sind.
