Rücktritt von Antiterror-Chef Kent erschüttert Trumps Iran-Kriegspläne
Joe Kent, der Direktor des Nationalen Antiterrorzentrums (NCTC), ist wegen seiner Ablehnung des US-Kriegs gegen den Iran von seinem Amt zurückgetreten. In seinem Rücktrittsschreiben warf er Israel vor, die USA in Konflikte zu ziehen, die dem amerikanischen Volk keinen Nutzen brächten. Sein Rückzug wirft Fragen nach der breiten Unterstützung für den Krieg innerhalb der Koalition von Präsident Trump auf.
Kents Rücktritt erfolgte, nachdem er öffentlich die Begründung der Regierung für die Militäraktion kritisiert hatte. Er behauptete, Beamte hätten die Bedrohung durch den Iran übertrieben und diese als keineswegs "unmittelbar" bezeichnet. In seinem Schreiben machte er zudem Israel für die Verwicklung der USA in frühere Kriege, darunter im Irak und in Syrien, verantwortlich.
Kent, dessen politische Laufbahn von einer gescheiterten Kandidatur für das Repräsentantenhaus geprägt ist – während derer er Verbindungen zu weißnationalistischen Gruppen und Verschwörungstheorien unterhalten haben soll –, könnte mit seiner Haltung eine breitere Unzufriedenheit in Trumps Wählerbasis widerspiegeln. Bereits 23 Prozent der Republikaner lehnen das militärische Vorgehen gegen den Iran ab.
Die Regierung steht seit 2018 wegen ihrer Iran-Politik in der Kritik. Unter Trump zogen sich die USA aus dem Atomabkommen zurück, verhängten erneut Sanktionen und forderten den Stopp der iranischen Urananreicherung sowie der Raketenentwicklung. Trotz dieses Drucks wurde bisher kein klarer Beweis für eine "unmittelbare" Bedrohung durch den Iran vorgelegt.
Kents Rückzug könnte weitere Abkehr von der Regierung einläuten. Einige spekulieren, dass Persönlichkeiten wie die Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard, folgen könnten, was die Spaltungen über den Krieg vertiefen würde.
Kents Rücktritt unterstreicht die wachsenden Spannungen innerhalb der Trump-Administration und ihrer Anhänger wegen des Iran-Konflikts. Angesichts von Zweifeln an der Rechtfertigung des Krieges und den Kosten an amerikanischen Menschenleben könnte sein Schritt andere ermutigen, ähnliche Bedenken zu äußern. Die Regierung sieht sich nun verstärktem Druck ausgesetzt, ihre Strategie und die zugrundeliegenden Beweise offenzulegen.






