RN-Politiker dominieren Beliebtheitsskala – doch Medien stehen in der Kritik
Charlotte RichterRN-Politiker dominieren Beliebtheitsskala – doch Medien stehen in der Kritik
Ein neues Meinungsforschungsinstitut zeigt: Die beliebtesten Politiker in Frankreich kommen vom Rassemblement National (RN) oder aus dessen Umfeld. Jordan Bardella, Präsident der RN, führt mit 38 Prozent Zustimmung, dicht gefolgt von Marine Le Pen mit 37 Prozent. Der erste Vertreter des linken Lagers taucht erst auf Platz sechs auf.
Die Umfrage erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem der Präsidentschaftswahlkampf bevorsteht. Zwar gibt es bereits Instrumente zur Überwachung der Medienneutralität, doch bleiben Zweifel an deren Wirksamkeit.
Die Medienaufsicht ARCOM bestätigte, dass Radio France die vorgeschriebene Sendezeit für den RN eingehalten habe. Ein Großteil der Berichterstattung fand jedoch zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens statt. Die Regulierungsbehörde hatte Radio France bereits im Oktober 2025 und erneut im Februar 2026 wegen dieses Problems abgemahnt.
Besonders kritisierte ARCOM die Sender France Inter und France Info, die bis zu 70 Prozent der Sendezeit für Oppositionsparteien in die späten Nachtstunden verlegt hätten. Die Führung von Radio France verwies auf „guten Glauben“ und einen „technischen Fehler“ als Ursache für die Ungleichverteilung. Es ist nicht das erste Mal, dass dem Sender eine ideologische Voreingenommenheit vorgeworfen wird.
Die Umfrage unterstreicht den wachsenden Einfluss des RN in der französischen Politik. Der Bericht von ARCOM lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltende Debatte über Mediengerechtigkeit. Radio France steht nun erneut in der Kritik, wie es die politische Berichterstattung zeitlich platziert.






