Rhein-Derby eskaliert: Hunderte Köln-Fans verlassen Stadion nach Polizeikontrollen

Polizei bestreitet: Keine Nacktkontrollen beim Rhein-Derby - Rhein-Derby eskaliert: Hunderte Köln-Fans verlassen Stadion nach Polizeikontrollen
Polizei dementiert: Keine Entkleidungskontrollen beim Rhein-Derby
Hunderte Fans des 1. FC Köln verließen vor Anpfiff des Rhein-Derbys gegen Bayer 04 Leverkusen das Stadion. Der kollektive Auszug folgte nach Polizeikontrollen an den Drehkreuzen, die bei den Anhängern Frust auslösten. Zwei Beamte führten die Überprüfungen durch – mit einer Kettenreaktion an Protesten.
Der Vorfall begann, als die Polizei zwei Kölner Fans vor dem Einlass einer intensiven Kontrolle unterzog. Wie dpa und ZDF berichten, bestätigte ein Polizeisprecher, dass die Beamten die beiden Unterstützer am Drehkreuz beiseitegenommen hätten. Bei der Durchsuchung wurde bei einer Person ein "passives Waffenobjekt" gefunden – nähere Angaben dazu gab es nicht.
Etwa 500 Mitglieder der aktiven Kölner Fanszene verließen daraufhin aus Protest das Stadion. Ihre Abwesenheit war sofort spürbar: Trainer Lukas Kwasniok räumte später ein, dass der Mannschaft im gesamten Spiel die gewohnte lautstarke Unterstützung fehlte.
In einer Solidaritätsaktion verließen auch die Ultras von Bayer 04 Leverkusen während der ersten Halbzeit die Ränge. Die Leverkusener Vereinsführung betonte unterdessen, dass die üblichen Einlasskontrollen im Gästebereich ohne Zwischenfälle verlaufen seien. Die Polizei wies später Vorwürfe zurück, es habe Leibesvisitationen gegeben.
Die Proteste überschatten ein Spiel, das eigentlich ein routinemäßiges Derby hätte sein sollen. Beide Fangruppen machten ihre Unzufriedenheit deutlich – die Tribünen blieben spürbar leiser. Ob es weitere Konsequenzen geben wird, dazu äußerten sich die Behörden bisher nicht.



