Rentenreform: Höheres Eintrittsalter und Abschaffung der Frühverrentung geplant
Charlotte RichterRentenreform: Höheres Eintrittsalter und Abschaffung der Frühverrentung geplant
Die deutsche Bundesregierung prüft Reformen des gesetzlichen Rentensystems. Die Rentenkommission schlägt vor, das Renteneintrittsalter anzuheben und die Möglichkeit des vorzeitigen Renteneintritts abzuschaffen. Die Pläne hätten je nach Berufslaufbahn und Gesundheitszustand unterschiedliche Auswirkungen auf die Beschäftigten.
Nach den aktuellen Regelungen können alle, die nach 1964 geboren wurden, mit 67 Jahren in Rente gehen – unabhängig davon, wie lange sie in die Rentenkasse eingezahlt haben. Die Kommission empfiehlt nun, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Bis 2041 müssten Arbeitnehmer bis 67,5 Jahre warten, bis 2051 würde das Alter dann auf 68 Jahre steigen.
Zudem soll die Option gestrichen werden, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente zu gehen. Bundeskanzler Friedrich Merz argumentiert, dass beispielsweise Akademiker, die später ins Berufsleben einsteigen, weniger eingezahlt hätten als andere, die bereits mit 16 Jahren zu arbeiten beginnen und durchgehend Beiträge leisten. Akademiker verdienen oft besser und leben länger, erhalten daher über mehr Jahre höhere Rentenbezüge.
Für Menschen mit körperlich anspruchsvollen Berufen könnten die neuen Regeln besonders belastend sein. Die Kommission räumt ein, dass nicht alle bis zum höheren Renteneintrittsalter arbeiten können. Sie schlägt daher individuelle Gesundheitsprüfungen vor, um in solchen Fällen einen früheren Renteneintritt zu ermöglichen.
Falls umgesetzt, würden die Vorschläge bedeuten, dass alle länger arbeiten müssen. Besonders betroffen wären Menschen ohne Hochschulabschluss. Die Bundesregierung hat bereits signalisiert, die Empfehlungen der Kommission übernehmen zu wollen.
