Rekordjahr beim Operettenwettbewerb: Mehr Preise und ein historischer Wandel
Sebastian VoigtRekordjahr beim Operettenwettbewerb: Mehr Preise und ein historischer Wandel
10. Internationaler Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaldarsteller mit Rekordzahl an Preisträgern beendet
Die 10. Ausgabe des Internationalen Wettbewerbs für junge Operetten- und Musicaldarsteller ging mit einer noch nie dagewesenen Anzahl an Auszeichnungen zu Ende. Erstmals wurde in diesem Jahr die Kategorie "Erfolgreiches Debüt" eingeführt, die die Liste der Sonder- und Namenspreise erweiterte. Ein weiterer bemerkenswerter Wandel: Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs überflügelte die Operette das Musical an Teilnehmerzahlen.
Zum Jubiläum gingen über hundert Bewerbungen ein, die Talente aus ganz Russland und darüber hinaus anlockten. Die Teilnehmer kamen unter anderem aus Städten wie Minsk in Belarus und Taschkent in Usbekistan, neben Konkurrenz aus russischen Musikakademien. Selbst Konservatorien, die traditionell auf klassische Formen spezialisiert sind, entsandten Sänger, die Arien von Donizetti, Rossini und Mozart präsentierten.
Die erste Runde gestaltete sich als harte Prüfung – viele hatten Schwierigkeiten, unter Druck ihr Bestes zu zeigen. Wer sich durchsetzte, erlebte die zweite Runde, begleitet von einem Orchester, als völlig neues Erlebnis. Trotz der hohen Beteiligung wurde kein Grand Prix verliehen – ein Ergebnis, das zuletzt 2006 zu verzeichnen war.
In diesem Jahr stand die Operette im Mittelpunkt: 56 Beiträge standen 50 Musical-Einreichungen gegenüber. Jurymitglied Georgi Isaakjan hob "wahre Offenbarungen" in den Operetten-Darbietungen hervor und lobte deren Qualität. Doch der erfahrene Teilnehmer Maxim Isaakowitsch äußerte Bedenken über den Rückgang starker Operettentalente und forderte mehr Förderung für das Genre.
Boris Nodelman, künstlerischer Leiter des Musikalischen Komödientheaters Jekaterinburg, begrüßte den Zuzug konservatoriumsgebildeter Sänger. Ihre Wahl klassischer Arien wertete er als positives Zeichen für die Zukunft des Wettbewerbs.
Mit mehr Preisen als je zuvor unterstrich die Veranstaltung ihren wachsenden Ruf. Der leichte Vorsprung der Operette vor dem Musical markierte einen Wendepunkt in der Entwicklung des Wettbewerbs. Mit internationaler Beteiligung und einem Fokus auf klassische Ausbildung ist die Bühne für die nächste Ausgabe bereitet.






