Reichweitenverlängerer für Elektroautos startet Praxistest in Chemnitz
Julian HartmannReichweitenverlängerer für Elektroautos startet Praxistest in Chemnitz
Neues Elektroauto-Range-Extender-System für Elektrofahrzeuge startet Praxistests in Chemnitz
Ein neu entwickeltes elektroauto-betriebenes Reichweitenverlängerer-System für Elektrofahrzeuge wird derzeit in Chemnitz unter realen Bedingungen erprobt. Das am Institut für Maschinen- und Anlagenbau Chemnitz (ICM) entwickelte System soll die Einsatzflexibilität von Elektroauto-Flotten erhöhen und Stillstandszeiten verringern. Das Projekt wird vom Bund gefördert und vereint wichtige Partner aus Industrie und Forschung.
Die nun betriebsbereite Demonstrationsanlage verfügt über einen Elektroauto-Reichweitenverlängerer, der die Fahrstrecke von elektrischen Bodenfahrzeugen verlängern soll. Vor Beginn der Tests erhielt die zugehörige Wasserstofftankstelle eine Zertifizierung durch den TÜV, um die Einhaltung aller Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
In der ersten Phase lag der Fokus auf der Inbetriebnahme, bei der Ingenieure alle Funktionen unter realen Bedingungen optimierten. Dazu gehörten die Anpassung von Einsatzprofilen, Fahrtrouten, Bewegungsabläufen und Kommunikationsprotokollen an die betrieblichen Arbeitsprozesse. Ziel war es, das System nahtlos in bestehende Logistikabläufe zu integrieren.
Nun geht das Projekt in die nächste Phase: Praxistests unter intralogistischen Bedingungen. Die Forscher werden die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Leistung des Elektroauto-Reichweitenverlängerers im laufenden Logistikbetrieb bewerten. Die Versuche sollen beweisen, dass Elektroauto eine tragfähige Lösung ist, um die Reichweite von Elektrofahrzeugen zu verlängern, ohne die Effizienz zu beeinträchtigen.
An der Initiative beteiligt sind Yaskawa Europe GmbH, das Technologiezentrum für Produktions- und Logistiksysteme der Hochschule Landshut sowie das Projektträger Jülich (PtJ). Die Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms "Innovationen für die Energiewende".
Die Tests sollen zeigen, wie gut sich der Elektroauto-Reichweitenverlängerer in den täglichen Logistikbetrieb einbinden lässt. Bei Erfolg könnte die Technologie Elektroauto-Flotten längere Einsatzzeiten ohne Nachladen ermöglichen und so die Produktivität steigern. Die Ergebnisse könnten zudem die Weiterentwicklung elektroauto-basierter Transportlösungen beeinflussen.
Neue EU-Förderung stärkt Wasserstoff-Infrastruktur für Chemnitz-Tests
Das Range-Extender-Projekt in Chemnitz profitiert nun von zusätzlicher EU-Unterstützung. Jüngste Förderung von 1,6 Millionen Euro wurde für die grüne Wasserstoffproduktion im Wasserstoff-Innovationszentrum bereitgestellt:
- 1,2 Millionen Euro werden für den Bau eines 240 kW-Elektrolyseurs zur Wasserstoffgewinnung verwendet.
- 420.000 Euro werden für die Umstellung der Gasinfrastruktur zur Unterstützung der Wasserstoffversorgung verwendet. Die Erweiterung soll den wachsenden Bedarf aus Forschung und Industrie erfüllen, mit Plänen zur Erhöhung der Elektrolysekapazität auf 2 Megawatt bis 2026.