17 March 2026, 10:04

Kerendia-Studie zeigt Durchbruch: Pharmakonzern plant erweiterte FDA-Zulassung trotz Roundup-Krisen

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und Logo, das besagt: "19 Millionen Amerikaner werden geschätzt jährlich 400 USD an Arzneikosten sparen."

Kerendia-Studie zeigt Durchbruch: Pharmakonzern plant erweiterte FDA-Zulassung trotz Roundup-Krisen

Ein großer Pharmakonzern hat positive Ergebnisse aus einer klinischen Studie zu Kerendia bekannt gegeben, einem Medikament, das derzeit für die Behandlung von chronischer Nierenerkrankung (CKD) in Verbindung mit Typ-2-Diabetes zugelassen ist. Die Studie zeigte Vorteile bei Patienten mit nicht-diabetischer CKD, was das Marktpotenzial des Wirkstoffs deutlich erweitern könnte. Investoren reagierten positiv: Nach Bekanntwerden der Ergebnisse stieg die Aktie um 4,71 % auf 40,25 Euro.

Das Unternehmen plant nun, eine erweiterte Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen. Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern weiterhin unter finanziellen Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten um sein Herbizid Roundup leidet. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA zu Warnhinweisen wird für Mitte 2026 erwartet.

Die FIND-CKD-Studie untersuchte Kerendia (Finerenon) bei Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung. Die Ergebnisse zeigten eine statistisch signifikante Verbesserung der eGFR-Rate – der durchschnittlichen jährlichen Veränderung der Nierenfunktion über 32 Monate – im Vergleich zu einem Placebo. Dieser Wert gilt als zentraler Indikator für das Fortschreiten von CKD.

Aktuell ist Kerendia für die Behandlung von CKD bei Patienten mit Typ-2-Diabetes zugelassen, wo es das Risiko für Nierenfunktionsverlust, terminales Nierenversagen und kardiovaskuläre Komplikationen verringert. Zudem ist es für Herzinsuffizienz-Patienten mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) von 40 % oder höher freigegeben. Die neuen Erkenntnisse könnten den Einsatz auf eine breitere CKD-Patientengruppe ausweiten und damit den adressierbaren Markt deutlich vergrößern.

Trotz der Fortschritte in der Pharmasparte kämpft das Unternehmen weiterhin mit rechtlichen Herausforderungen. Der US-Supreme Court wird am 1. April 2026 mündliche Verhandlungen zu verpflichtenden Warnhinweisen für Roundup führen; eine Entscheidung wird für Mitte Juni erwartet. Gleichzeitig zielt eine Regierungsverordnung darauf ab, die Versorgung mit Glyphosat – einem Schlüsselbestandteil des Herbizids – zu sichern.

Finanziell verzeichnete der Konzern im Geschäftsjahr 2025 einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, hauptsächlich bedingt durch Prozesskosten. Die Nettoverschuldung beläuft sich mittlerweile auf fast 30 Milliarden Euro. Dennoch bleibt die Pharmasparte ein Lichtblick: In den kommenden zehn Jahren sollen zehn Blockbuster-Medikamente auf den Markt kommen. Die geplante Erweiterung der Kerendia-Zulassung gilt als Schritt zur Stärkung der operativen Basis.

Auf der Hauptversammlung am 1. April 2026 werden die Aktionäre über eine Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen. Der Termin fällt mit der Supreme-Court-Anhörung zu Roundup zusammen und markiert damit einen entscheidenden Tag für die Zukunft des Unternehmens.

Die positiven Studienergebnisse zu Kerendia ebnen den Weg für eine mögliche regulatorische Ausweitung, die die Pharmaumsätze steigern könnte. Die Aktionäre haben bereits Vertrauen signalisiert – der Aktienkurs stieg nach der Ankündigung.

Rechtliche und finanzielle Hürden, insbesondere im Zusammenhang mit den Roundup-Klagen, bleiben bestehen. Doch die vielversprechende Medikamenten-Pipeline bietet eine Perspektive für die Erholung. Das anstehende Urteil des Supreme Courts zu Warnhinweisen wird in den kommenden Monaten ein entscheidender Faktor für die finanzielle Entwicklung des Unternehmens sein.

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