Rehlinger: AfD profitiert von Bürgernangst und -sorgen

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Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer KriegsSzene mit Text darüber.

Rehlinger: AfD profitiert von Angst und Sorgen der Bürger - Rehlinger: AfD profitiert von Bürgernangst und -sorgen

Die rechtspopulistische AfD hat im jüngsten Saarlandtrend mit Rekordwerten von 23 Prozent einen historischen Höchststand erreicht. Damit liegt sie knapp hinter CDU und SPD und verändert die politische Landschaft des Saarlandes grundlegend. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) reagierte mit dem Aufruf zu dringenden Wirtschaftsreformen, um dem wachsenden Einfluss der Partei entgegenzuwirken.

Rehlinger, Landesvorsitzende der Saar-SPD, führt den Aufstieg der AfD auf weitverbreitete wirtschaftliche Ängste zurück. Viele Wähler, so ihre Analyse, wendeten sich aus Frustration – nicht aus Überzeugung – der Partei zu, weil sie um ihre Zukunft fürchteten. Die AfD schüre diese Ängste, biete aber keine echten Lösungen an.

Schon im Dezember 2024 hatte sie in Berlin und Brüssel konkrete Forderungen vorgebracht: mehr finanzielle Eigenständigkeit für strukturschwache Regionen, Milliardenhilfen aus EU-Töpfen für erneuerbare Energien sowie vereinfachten Zugang zu Fördergeldern. Zudem forderte sie massive Investitionen in Infrastruktur, Digitalprojekte und nachhaltige Industrien, um die Wirtschaft im Saarland zu beleben. Zwar zeigt sich Rehlinger offen für ein AfD-Verbot – doch betont sie, dass dafür eine wasserdichte juristische Grundlage und realistische Erfolgsaussichten nötig seien. Stattdessen sieht sie das Umfrageergebnis als Weckruf für die demokratischen Parteien. Die Herausforderung liege darin, überzeugende Politikkonzepte zu entwickeln und im Dialog mit den Bürgern zu bleiben. Zum wirtschaftlichen Ausblick Deutschlands äußert sie sich vorsichtig optimistisch: Die Talsohle könnte durchschritten sein, doch der Aufschwung werde Zeit und Mühe erfordern.

Der Umfrageboom der AfD setzt die Saarländer Landesregierung unter Handlungsdruck. Rehlingers Plan zielt auf wirtschaftlichen Neuanfang, bessere EU-Unterstützung und direkten Austausch mit den Bürgern ab. Ob diese Maßnahmen die Anziehungskraft der AfD schwächen, hängt davon ab, wie schnell sich die Lebensbedingungen der Wähler verbessern.

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