14 March 2026, 06:04

Rechtsextremismus an sächsischen Schulen erreicht alarmierenden Höchststand

Eine Gruppe von Menschen hölt ein Transparent mit der Aufschrift 'öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft Faschismus' vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund, mit einem Fahrrad und einer Tasche in der Nähe auf der Straße.

Rechtsextremismus an sächsischen Schulen erreicht alarmierenden Höchststand

Rechtsextremismus an sächsischen Schulen nimmt dramatisch zu

In Sachsen nehmen rechtsextreme Vorfälle an Schulen stark zu – sie werden häufiger und aggressiver. 2024 wurden mit 185 Straftaten im Zusammenhang mit rechtsextremer Ideologie so viele wie nie zuvor registriert, ein Anstieg um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Lehrkräfte, die sich gegen Extremismus aussprechen, sehen sich zunehmend Bedrohungen ausgesetzt. Viele fordern daher besseren Schutz und klarere Handlungsanweisungen.

Die Zunahme rechtsextremer Aktivitäten zeigt besorgniserregende Ausmaße. Schüler verteilten Arbeitsblätter mit der Unterschrift "Heil Hitler", trugen T-Shirts mit "White Power"-Aufdrucken oder malten Hakenkreuze in Hefte. In einigen Fällen zeigten sie den Hitlergruß oder forderten, "Kinder mit Kopftuch" in Konzentrationslager zu stecken. Betroffen sind alle Schulformen – allein 2024 wurden 155 Fälle offiziell gemeldet.

Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) erhöht den Druck auf Lehrkräfte und argumentiert, diese müssten in politischen Fragen "neutral" bleiben. Diese Kampagne bestärkt rechtsextreme Schüler, während das Personal verunsichert zurückbleibt. Claudia Maaß, stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), nannte die Entwicklung "höchst alarmierend" und warnte, dass Lehrkräfte dringend Unterstützung bräuchten.

Als Reaktion fordert die GEW zwei zentrale Maßnahmen: Erstens soll eine zentrale Anlaufstelle in der Schulverwaltung eingerichtet werden, die Mitarbeiter bei extremistischen Vorfällen unterstützt. Zweitens muss das Bildungsministerium klären, inwieweit Lehrkräfte rechtlich verpflichtet sind, antidemokratischen Äußerungen entgegenzutreten. Die offiziellen Zahlen für 2025, die im März erwartet werden, dürften zeigen, ob sich die Lage weiter verschärft.

Die Daten aus 2024 verdeutlichen das Ausmaß des Problems: 245 rechtsextreme Vorfälle wurden den Schulbehörden gemeldet – gegenüber 82 betroffenen Schulen im Vorjahr. Dennoch gibt es an diesen Einrichtungen bisher keine gezielten Gegenmaßnahmen, sodass Lehrkräfte und Schüler schutzlos bleiben.

Die wachsende Welle rechtsextremer Zwischenfälle lässt sächsische Lehrkräfte ohne ausreichenden Schutz und Ressourcen zurück. Schulen klagen über eine kritische Versorgungslücke, während die Forderungen nach einem speziellen Unterstützungssystem lauter werden. Ohne gezieltes Eingreifen dürften die Bedrohungen – und damit die Risiken für Personal und Schüler – weiter steigen.

Quelle