13 March 2026, 14:02

Rechtsextremer Comic in Kitas und Grundschulen verteilt – AfD-Politiker löst Empörung aus

Ein deutsches Weltkriegspropagandaplakat mit einer Gruppe bewaffneter Personen in heroischer Pose, das den Text 'Fünfte Riegs-Anleitung' in fetter schwarzer Schrift auf rot-weiß-blauem Hintergrund zeigt.

Rechtsextremer Comic in Kitas und Grundschulen verteilt – AfD-Politiker löst Empörung aus

Rechtsextremer Comic Eine Nation erwacht in Kitas und Grundschulen Mecklenburg-Vorpommerns verteilt

In Mecklenburg-Vorpommern wurden an Grundschulen und Kindertagesstätten Exemplare des rechtsextremen Comics Eine Nation erwacht verschickt. Der AfD-Politiker Christoph Grimm hatte das Material verbreitet und behauptet, es vermittle Kindern "wichtige Werte". Landesvertreter verurteilten den Vorstoß scharf als Versuch, nationalistische Ideologie in die Klassenzimmer zu tragen.

Der von einem rechtsextremen Medienhaus veröffentlichte Comic thematisiert die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 mit einer Darstellung von Nationalismus, Heldenmut und Kampf. Der Demokratieberater Stefan Kollasch bezeichnete das Werk als "rechtsextreme Hasspropaganda", die Kinder auf extremistische Denkweisen vorbereite. Ein weiterer Berater, Daniel Trepsdorf, kritisierte die Inhalte als ideologisch geprägt und basierend auf einer nationalistischen Geschichtsdeutung.

Bildungsministerin Simone Oldenburg nannte die Verteilung "verwerflich" und einen Bruch mit dem demokratischen Bildungsauftrag der Schulen. Sie warf der AfD vor, die politische Bildung zu untergraben, und wertete den Vorfall als gezielten Angriff auf demokratische Grundsätze. Der Linken-Politiker Michael Noetzel warnte, solche Methoden zielten darauf ab, demokratisches Engagement zu ersticken und Kinder zu indoktrinieren.

Aktuell führt die AfD in Umfragen zum Landeswahlkampf mit 37 Prozent vor der Wahl am 20. September. Die Partei hat offen erklärt, in Mecklenburg-Vorpommern allein regieren zu wollen. Wie viele Schulen und Kitas im Landkreis Nordwestmecklenburg den Comic erhalten haben, ist bisher nicht offiziell bekannt.

Die Debatte spiegelt die zunehmenden Spannungen um politischen Einfluss auf Schulen im Vorfeld der Landtagswahl wider. Die Bildungsbehörden betonten erneut ihr Bekenntnis zu demokratischen Werten im Unterricht. Die AfD sieht sich weiterhin Kritik ausgesetzt, weil ihre Wahlkampftaktik gezielt junge Zielgruppen mit nationalistischen Botschaften anspricht.

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