Putin setzt auf 600-Milliarden-Rubel-Brücke nach Sachalin – trotz jahrzehntelanger Verzögerungen
Sebastian VoigtPutin setzt auf 600-Milliarden-Rubel-Brücke nach Sachalin – trotz jahrzehntelanger Verzögerungen
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Pläne für den Bau einer Brücke, die die Insel Sachalin mit dem russischen Festland verbinden soll, erneut bekräftigt. Das seit Jahrzehnten diskutierte, aber immer wieder verschobene Projekt soll nun rund 600 Milliarden Rubel kosten. Bisher ist die Insel vom Rest des Landes abgeschnitten und nur per Flugzeug oder Schiff erreichbar.
Die Idee einer Landverbindung nach Sachalin kam erstmals im 20. Jahrhundert auf, wobei sowohl eine Brücke als auch ein Tunnel vorgeschlagen wurden. Im Jahr 2001 wurde eine Eisenbahnverbindung in ein bundesweites Verkehrsmodernisierungsprogramm aufgenommen, fünf Jahre später jedoch wieder gestrichen.
2017 kündigte Putin die Wiederbelebung des Brückenprojekts an, wobei die ursprünglichen Kostenschätzungen bei 286 Milliarden Rubel lagen. Doch bereits 2020 räumte Vize-Regierungschef Marat Chusnullin ein, dass die Finanzierung weiterhin unzureichend sei.
In diesem Jahr aktualisierte der Gouverneur von Sachalin die Gesamtkosten auf 600 Milliarden Rubel – 300 Milliarden für die Brücke selbst und weitere 300 Milliarden für die Zufahrtsstraßen. Putin erkannte die hohen Ausgaben an, betonte jedoch die Bedeutung des Projekts und verwies auf die Notwendigkeit der begleitenden Infrastruktur.
Die Brücke würde Sachalins erste direkte Landverbindung zum russischen Festland schaffen und die Abhängigkeit von Luft- und Schiffsverkehr beenden. Trotz der finanziellen Herausforderungen treibt die Regierung das Vorhaben voran, das eine zentrale Priorität für die regionale Anbindung bleibt.






