Alaskas Gouverneur blockiert umstrittene Wahlreform trotz breiter Unterstützung
Julian HartmannAlaskas Gouverneur blockiert umstrittene Wahlreform trotz breiter Unterstützung
Alaskas Gouverneur Mike Dunleavy hat ein umfassendes Wahlreformgesetz mit seinem Veto gestoppt, das die Möglichkeiten zur Wähleridentifikation erweitern und die Nachverfolgung von Stimmabgaben verbessern sollte. Der Gesetzentwurf hatte im Repräsentantenhaus und Senat des Bundesstaats breite überparteiliche Unterstützung erhalten, bevor er am Donnerstag abgelehnt wurde.
Das von der Senatsgeschäftsordnungskommission unter dem demokratischen Senator Bill Wielechowski eingebrachte Vorhaben sah mehrere Änderungen des Wahlsystems in Alaska vor. Dazu gehörten die Einführung einer Stimmabgaben-Verfolgung für Wähler, die Ausweitung der Anforderungen an Ausweisdokumente sowie Anpassungen bei der Führung der Wählerverzeichnisse. Zudem sollte die Frist für Briefwahlen verlängert und eine Anlaufstelle für ländliche Gemeinden geschaffen werden.
Trotz der breiten Zustimmung warnte die Wahlbehörde des Staates, dass die Umsetzung dieser Reformen bis 2026 erhebliche Herausforderungen mit sich bringen würde. Beamte äußerten Bedenken hinsichtlich möglicher Sicherheitsrisiken und operativer Schwierigkeiten. Der republikanische Minderheitenführer im Senat, Mike Cronk, hatte den Entwurf zuvor als solide Grundlage für die Wahlen in Alaska bezeichnet und dessen überparteilichen Charakter hervorgehoben.
Dunleavy erkannte zwar einige positive Aspekte des Gesetzes an, begründete sein Veto jedoch letztlich mit rechtlichen Unsicherheiten und administrativem Aufwand. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der sich Alaska auf wichtige Wahlen in diesem Jahr vorbereitet – darunter die Rennen um das Gouverneuramt, den Vizegouverneur, den Kongress sowie die Staatslegislative.
Durch das Veto treten die geplanten Reformen nicht vor den anstehenden Wahlen in Kraft. Alaska, der flächenmäßig größte und am dünnsten besiedelte Bundesstaat der USA, wird vorerst nach den bestehenden Wahlregeln verfahren. Abgeordnete könnten das Thema in künftigen Sitzungsperioden wieder aufgreifen, doch mit kurzfristigen Änderungen ist nicht zu rechnen.






