Putin lockt Altgläubige mit Staatsbürgerschaft und Wehrdienstbefreiung in den Fernen Osten
Julian HartmannPutin lockt Altgläubige mit Staatsbürgerschaft und Wehrdienstbefreiung in den Fernen Osten
Russlands Präsident Wladimir Putin hat neue Maßnahmen zur Unterstützung von Altgläubigen eingeführt, die in den russischen Fernen Osten umsiedeln. Ein am 1. April 2025 unterzeichnetes Dekret ebnet ihnen einen beschleunigten Weg zur Staatsbürgerschaft und verlängert gleichzeitig die Befreiung vom Wehrdienst bis 2030.
Das aktuelle Dekret hebt die üblichen Voraussetzungen für die Einbürgerung von Altgläubigen auf, die in den Fernen Osten ziehen. Im Gegensatz zu regulären Antragstellern müssen sie weder Russischkenntnisse nachweisen noch Geschichtstests bestehen.
Putin hatte Altgläubigen erstmals 2020 eine Befreiung vom Wehrdienst gewährt. Diese Ausnahme gilt nun bis 2030 – allerdings nur für diejenigen, die die russische Staatsbürgerschaft erlangt und aus dem Ausland in die Region umgezogen sind. Anträge auf Befreiung müssen vom Metropoliten von Moskau und ganz Russland der Russisch-Orthodoxen Altgläubigen-Kirche gestellt werden.
Die Änderungen zielen darauf ab, Altgläubige zur Ansiedlung im Fernen Osten zu motivieren. Durch vereinfachte Einbürgerungsverfahren und verlängerte Wehrdienstbefreiungen entstehen klarere Rahmenbedingungen für ihre Neuansiedlung. Beide Maßnahmen bleiben mindestens für die nächsten fünf Jahre in Kraft.






