Psychische Erkrankungen dominieren nun die PIP-Anträge in Großbritannien
Charlotte RichterPsychische Erkrankungen dominieren nun die PIP-Anträge in Großbritannien
Psychische Erkrankungen machen mittlerweile mehr als ein Drittel aller Ansprüche auf Persönliches Unabhängigkeitsgeld (Personal Independence Payment, PIP) aus. Täglich werden etwa 100 zusätzliche Fälle im Zusammenhang mit Angststörungen, Depressionen, Stress und Autismus erfolgreich geltend gemacht. Dies stellt einen deutlichen Wandel bei den am häufigsten dokumentierten Gesundheitsbedingungen dar.
Im April 2026 hatten 4,01 Millionen Menschen Anspruch auf PIP. Generalisierte Angststörungen und depressive Erkrankungen bleiben die am häufigsten angeführten Hauptdiagnosen unter den Antragstellern. Ansprüche im Zusammenhang mit Autismus-Spektrum-Störungen haben meanwhile die Arthrose als zweithäufigste dokumentierte Erkrankung überholt.
Die Zahl der PIP-Anträge liegt damit mehr als sieben Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mehr als zwei von fünf Antragstellern mit einer primären psychischen Erkrankung erhalten die höchste Stufe der Unterstützung im täglichen Leben – ein Betrag von etwa 10.000 Pfund pro Jahr. Demgegenüber erhalten nur etwa ein Viertel der Antragsteller mit muskuloskelettalen Erkrankungen die maximale PIP-Leistung.
Das Britische Ministerium für Arbeit und Renten (Department for Work and Pensions, DWP) wird voraussichtlich rund 32 Milliarden Pfund für Behindertenleistungen im aktuellen Haushaltsjahr ausgeben. Offizielle Prognosen deuten darauf hin, dass die Gesamtausgaben für Krankengeld und Behindertenleistungen bis Ende des Jahrzehnts jährlich 100 Milliarden Pfund übersteigen könnten.
Der Anstieg psychisch bedingter Ansprüche verändert die Verteilung des PIP. Immer mehr Antragsteller mit solchen Diagnosen erhalten nun die höchsten Unterstützungsstufen. Dieser Trend deutet auf eine wachsende Anerkennung psychischer Gesundheitsbedürfnisse innerhalb des Sozialleistungssystems hin.






