Portugiesische Anwaltskammer wehrt sich gegen politische Vorwürfe im Fall Sócrates
Julian HartmannPortugiesische Anwaltskammer wehrt sich gegen politische Vorwürfe im Fall Sócrates
Der Präsident der portugiesischen Anwaltskammer (Ordem dos Advogados) hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, die seine Organisation mit politischen Auseinandersetzungen in Verbindung bringen. Er wies Spekulationen über eine feindselige Haltung gegenüber dem früheren Ministerpräsidenten José Sócrates zurück. Stattdessen bezeichnete er die jüngsten Vorfälle als Versuch, die Kammer unnötig in einen „politischen Theaterstreit“ hineinzuziehen.
Die Anwaltskammer konzentriere sich darauf, das Recht auf Verteidigung im Rahmen der Operação Marquês zu wahren, betonte der Präsident. Bisher sei jedoch keine offizielle rechtliche Mitteilung zu dem Fall eingegangen. Dennoch warnte er, rechtliche Schritte einzuleiten, sollten belastende Beweise gegen ihn selbst auftauchen.
Er machte deutlich, dass sein Amt ihn nicht daran hindere, juristisch gegen falsche Anschuldigungen vorzugehen. Gleichzeitig wies er jede Unterstellung zurück, die Kammer hege Vorbehalte gegen Sócrates. Die Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund von Gerüchten, wonach die Anwaltskammer in einen größeren politischen Konflikt hineingezogen werde.
Die Stellungnahme des Präsidenten unterstreicht die Haltung der Kammer zur Unabhängigkeit der Justiz. Er betonte, dass mögliche rechtliche Maßnahmen von konkreten Beweisen abhängen würden. Vorerst bleibe die Anwaltskammer jedoch auf ihre Rolle im Zusammenhang mit der Operação Marquês fokussiert.






