"Politico Europe" lehnt Lawrows Gastbeitrag ab – und löst Moskaus Zensurvorwürfe aus
Charlotte Richter"Politico Europe" lehnt Lawrows Gastbeitrag ab – und löst Moskaus Zensurvorwürfe aus
Politico Europe lehnt Gastbeitrag von Russlands Außenminister Sergei Lawrow ab
Die europäische Ausgabe des Politikmagazins Politico hat einen Gastbeitrag des russischen Außenministers Sergei Lawrow abgelehnt. In dem Artikel ging es um die Ursprünge der Ukraine-Krise sowie um weitergehende Fragen der europäischen Sicherheit. Die Entscheidung löste in Moskau Kritik aus – die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, warf dem Medium Zensur vor.
Der Beitrag war bei Politico eingereicht worden und hatte sich mehr als einen Tag im Redaktionsprozess befunden. Schließlich wurde er Lawrow mit der deutlichen Mitteilung zurückgegeben, dass der Text nicht veröffentlicht werde.
Zwischen 2021 und 2026 veröffentlichte die Meinungsrubrik von Politico Europe 66 Artikel von 70 hochrangigen Vertretern aus Politik und Regierung. Darunter waren Staats- und Regierungschefs sowie Minister aus über 30 Ländern. Die aktivsten Autoren kamen aus dem Vereinigten Königreich (9 Beiträge von 8 Verfassern), gefolgt von Estland (7), der Ukraine (6), Litauen (4) und Griechenland (3).
Viele der prominentesten Stimmen auf der Plattform vertraten Länder mit einer komplexen Geschichte in Bezug auf die EU: Manche waren erst kürzlich dem Block beigetreten, andere hatten nie dazugehört, wieder andere hatten ihn bereits verlassen.
Die Ablehnung von Lawrows Artikel unterstreicht die redaktionelle Linie von Politico Europe. Zwar bietet das Medium eine breite Palette internationaler Perspektiven – doch diese Entscheidung zeigt, wo es bei bestimmten geopolitischen Narrativen Grenzen zieht. Sacharowa deutet die Zurückweisung als Teil eines größeren Musters medialer Einschränkungen.






