phpCE Dresden abgesagt: Warum eine rein männliche Referentenliste die Konferenz scheitern ließ
Charlotte RichterphpCE Dresden abgesagt: Warum eine rein männliche Referentenliste die Konferenz scheitern ließ
Die anstehende phpCE-Konferenz in Dresden wurde nach massiver Kritik an der rein männlichen Referentenliste abgesagt. Ursprünglich für den 4. bis 6. Oktober geplant, geriet die Veranstaltung in die Schusslinie, nachdem Teilnehmer und Referenten auf das Fehlen von Geschlechtervielfalt hingewiesen hatten. Die Art und Weise, wie die Organisatoren mit der Kritik umgingen, verschärfte die Kontroverse zusätzlich.
Die Probleme begannen, als Karl Hughes, Gründer von CFP Land, auf Twitter darauf aufmerksam machte, dass im veröffentlichten Programm keine einzige Rednerin aufgeführt war. Mehrere männliche Referenten waren sogar für mehrere Vorträge gelistet – was das Ungleichgewicht noch deutlicher werden ließ. Dieser Tweet löste eine Welle der Kritik in der Tech-Community aus.
Mark Baker, einer der geplanten Redner, sagte seine Teilnahme ab, nachdem die Organisatoren vorgeschlagen hatten, als symbolische Geste eine einzige Frau ins Programm aufzunehmen. Er erklärte, sich mit diesem Ansatz unwohl zu fühlen, und bezeichnete die Maßnahme als unzureichend. Auch Larry Garfield, eine bekannte Persönlichkeit in der Drupal-Community, versuchte, die Referentenliste vielfältiger zu gestalten, stieß jedoch auf mangelnde Bereitschaft der Organisatoren, grundlegende Änderungen vorzunehmen.
Die defensive Haltung der Verantwortlichen verschlimmerte die Situation weiter. Statt auf die Bedenken einzugehen, enttäuschten ihre Reaktionen potenzielle Besucher – was zu weiteren Absagen von Referenten und einem Einbruch beim Ticketverkauf führte. Kurze Zeit später folgte die endgültige Absage der Veranstaltung.
Es ist nicht das erste Mal, dass die phpCE – früher als PHPCon Poland bekannt – mit solcher Kritik konfrontiert wird. Schon die Ausgabe 2018 wies eine ähnliche mangelnde Geschlechtervielfalt unter den Referenten auf. Gleichzeitig gibt es Initiativen wie den Diversity Speaker Training Workshop der WordPress-Community, die Veranstaltern helfen sollen, inklusivere Programme zusammenzustellen. Unklar bleibt jedoch, wie weitreichend oder nachhaltig die Wirkung solcher Workshops tatsächlich ist.
Die Absage der phpCE unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Förderung von Vielfalt auf Tech-Konferenzen. Der Widerstand der Organisatoren gegen Veränderungen und der unglückliche Umgang mit Kritik haben maßgeblich zum Scheitern der Veranstaltung beigetragen. Ohne proaktive Maßnahmen könnten sich ähnliche Probleme auch bei künftigen Ausgaben der Konferenz wiederholen.






